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VORWORT
Zu meinem heutigen Musikgeschmack kam ich ziemlich spät. Nach wie vor bin ich sehr vielseitig was Musik anbelangt, und versuche auch, nicht intolerant zu sein. Allerdings fällt es manchmal immer schwerer Fassung zu bewahren. Am schlimmsten finde ich zurzeit die Radiosender. Im Gegensatz zu meiner Frau macht mich deren Programm richtiggehend aggressiv. Ich bin der Meinung, dass zu der Zeit als ich Radio gehört habe, das Programm vielleicht ein bisschen ausgeglichener, d. h. vielseitiger war, wenn gleich die Toleranz gegenüber Hardrock-Fans damals nicht ganz so groß war. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Schüler, die beispielsweise Judas Priest oder Iron Maiden hörten und dazu standen, es nicht unbedingt leicht hatten. Das gleiche galt für Fans des Punks. Punk oder Heavy Metal zu hören war ein Lebensgefühl, das, wenn man es richtig auslebte, einem einige Schwierigkeiten in der Schule einbringen konnte: Schlechte Noten für die mündliche Mitarbeit, Klassenbucheinträge und die sonstigen Verdächtigungen. Was die Ausgeglichenheit betrifft gilt das gleiche für die Musiksender im Fernsehen. Spartenprogramme wie 120 Minutes (MTV, GB 1990 -1995), 2 Rock (Viva Zwei, D 1998 - 2001), Hard 'n' Heavy (Tele 5, D 1986 -1991), Headbangers Ball (MTV, GB 1988), Metalla (Viva, D 1994) und WAH² (Viva Zwei, D) gibt es längst nicht mehr. Und die nicht einmal halbe Stunde Hell's Kitchen (Viva, D), die einmal wöchentlich läuft, nervt allein schon wegen den Klingelton-Werbeunterbrechungen. Fans harter Klänge kommen hier auch nur bedingt auf ihre Kosten. Folglich vermisse ich - wie viele andere sicher auch - den Musiksender Viva Zwei sehr. Viva Zwei war ein Programm, das nicht jedem gefiel. Trotzdem hat es die Medienlandschaft bereichert. Viva Zwei bot nicht nur Alternative Music, sondern auch alternative Sichtweisen (Dank VJs wie Charlotte Roche oder Markus Kavka). R. I. P.
1970 - 1979
Ich bin Stolz darauf, dass ich zu denen gehöre, die Noten lesen können. Die wahren Gesetzmäßigkeiten (Ganz- und Halbtonschritte) habe ich allerdings - zu meiner Schande - erst im Physikunterricht so richtig begriffen. Vor allem meine Mutter sorgte dafür, dass meine Schwester und ich musisch erzogen wurden. So war ich während meiner Volkschulzeit in Wien Mitglied der Kindersingschule. Ich lernte wie viele andere Kinder in meinem Alter auch zunächst Xylophon und dann Blockflöte. Einmal durfte ich sogar an den Proben für das jährliche Festliche Singen der Singschule teilnehmen (da ich jedoch ab und zu fehlte, kam es leider zu meinem Ausschluss).
Von meiner Mutter habe ich das Verständnis für die Klassische Musik geerbt und von meinem Vater seine Vorliebe für alles was Jazz - insbesondere Dixie, Swing und New Orleans Jazz - betrifft. Den gemeinsamen Besuch in der ehemaligen Stuttgarter Dixieland Hall werde ich nie vergessen! Mein Vater war es auch, der von seinen vielen Geschäftsreisen ab und zu Musikkassetten mitbrachte. Unter ihnen waren Musiker wie Benny Goodman, den ich immer noch sehr verehre, oder Sänger wie Frank Sinatra. Das Album, das ich am liebsten von "The Voice" hörte, war: A Man and his Music.
Ich darf auch die Sängerin Donna Summer nicht vergessen (On the Radio; Hard Stuff; Last Dance). Zu ihr habe ich ein ganz besonderes Verhältnis: Ich kannte die Eltern von Donnas erstem Mann Helmut, Herrn Hofrat Sommer und seine Frau. Beide sind mittlerweile verstorben, aber ihr Renterdasein genossen sie in Sankt Aegyd am Neuwalde, einer Ortschaft am Ende des Traisentales in Niederösterreich. Mit ihrem Sohn (einem Zahnarzt) war Donna einige Jahre verheiratet und ihren Familiennamen "Summer" hat die Sängerin jedenfalls bis heute noch nicht abgelegt. Außerdem haben die beiden eine gemeinsame Tochter, Mimi Sommer, und ich meine, dass ich sie einmal gesehen habe, als sie ein paar Tage Ferien bei ihren Großeltern in Niederösterreich machte. Dank Giorgio Moroder hatte Frau Summer vor allem in den Siebziger Jahren nicht wenige Hits gehabt und ich bin bis heute ein großer Fan von ihr. In der Plattensammlung meines Papas befand sich auch ihr Four-Seasons-Of-Love-Album. Warum er es gekauft hat, weiß ich nicht. Ich vermute wegen der Verbindung zu seinem Heimatort St. Aegyd.
Ungewöhnlicher war es da schon, als mein Papa von seinem mehrjährigen Aufenthalt in Ecquador lateinamerikanische Musik mitbrachte. Dass das Stück "El Condor Pasa" erst durch Simon and Garfunkel so richtig bekannt wurde, kann ich bis heute noch nicht überwinden. Mein Papa ist heute noch ein großer Fan mittel- und südamerikanischer Kultur und Musik und sein Wissen darüber ist groß, zum Teil auch deswegen, weil er einige Gruppen persönlich kannte. Leider habe ich nie Spanisch gelernt, um die Texte verstehen zu können, die oft auch politischer Natur waren. Das allerdings weiß ich nicht erst seit "La Guantanamera" (die Frau aus Guantanamo). Ein Lied, das ebenfalls leicht zu merken ist, ist "La Cucaraca" (die Küchenschabe). Ich verbinde das Lied mit einem Urlaub in Venezuela. Der Ohrwurm wurde von den Töchtern von Bekannten, bei denen wir eines Abends zu Besuch waren, ständig gesungen. In Erinnerung geblieben sind mir vor allem eine Misswahl im venezolanischen Fernsehen und das wilde Temperament der beiden Töchter. Ich war keine zehn Jahre alt und die beiden schon ein paar Jahre älter! Überhaupt helfen einem verschiedene Musikstücke sich an Vergangenes besser zu erinnern. Zumindest geht es mir so, dass ich mir verschiedene Erlebnisse, Stimmungen und Gefühle durch Musik besser merken kann.
Mit der Schlager- und Popmusik der Siebziger Jahre habe ich ansonsten nicht viel gemein. Diese ging aufgrund des Musikgeschmacks meiner Eltern an mir vorüber, ohne größere Schäden zu hinterlassen. Einzig durch meine Jugendfreundinnen, die Schwestern Barbara und Martina M., hörte ich ab und zu etwas Popmusik. Meist sind mir nur die Namen der Gruppen in Erinnerung geblieben: ABBA, Baccara (Yes Sir, I can boogie), Bay City Rollers, Bee Gees, Boney M und Dschingis Khan. ABBA lernte ich erst durch Erasure so richtig schätzen und den Text von Boney Ms "By the Rivers of Babylon" habe ich kleiner Junge überhaupt nicht verstanden.
Ebenfalls eine Gruppe der Siebziger ist Queen. Queen zu hören begonnen habe ich alllerdings erst in der Mitte der Achtziger. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich die Alben "A Night at the Opera" (GB 1975), "A Day at the Races" (GB 1976) und "Flash Gordon" (GB 1980) bei WOM gekauft habe, als meine Familie - wie jedes Jahr - das vorweihnachtliche München besucht haben. Später folgten "News of the World" (GB 1977) und "Jazz" (GB 1978). Frederik Bulsara a. k. a. Freddie Mercury (Mercury = Quecksilber) halte ich immer noch für einen der besten Musiker der heutigen Zeit. Gemeinsam mit der spanischen Sopranistin Montserrat Caballé nahm er 1988 das Album "Barcelona" auf. Formvollendet zeigt der leider an AIDS gestorbene Sänger und Komponist nicht nur hier sein wahres Können. Bei Queen mochte ich vor allem diese Mischung aus Bombastrock und Operette, ganz egal was man von dem optischen Erscheinungsbild hielt. Mit Glitzerhemden, Frauenkostümen, Schminke und Nagellack hoben sich Queen und allen voran Freddie Mercury schon allein optisch - ähnlich wie die Glamrock-Stars David Bowie (Under Pressure - GB 1982) und Marc Bolan alias T. Rex (Children of the Revolution - GB 1970) - von den Hard-Rock-Bands wie Led Zeppelin ab. Queens Stücke "Staying Power" und "Back Chat" mag ich überhaupt nicht. Sie waren mir zu discomäßig. Dafür bin ich ein großer Fan von "Teo Torriatte" und der "Bohemian Rhapsody". Das Pathos der Lieder passt in die Zeit, in der ich Queen gehört habe. Das war meine Sturm-und-Drang-Zeit. Mit der Hymne "The Show must go on" (GB 1991) denke ich immer noch gerne an meine Queen-Zeit zurück. Das Stück kommt passender Weise ebenfalls in einem meiner Lieblingsfilme vor: Moulin Rouge!.
Ebenfalls erst in den Achtzigern habe ich Jeff Lynn und sein ELO (Electric Light Orchestra) gehört. "Calling America", "Hold on tight" und "Rock 'n' Roll is King" sind unvergessen. Das Stück "Twighlight" gehört zu meinen persönlichen Lieblingsstücken. Entgegen der vorherrschenden Meinung finde ich ELOs Beitrag zum Film "Xanadu" nicht ganz so schlimm. "Alive" klingt ein Bisschen wie der Vorläufer zu "Twighlight", "All over the world" ist ein Gute-Laune-Stück und "Xanadu" (USA 1980) ruft schließlich alte Erinnerungen in mir wach. Schließlich ist Olivia Newton-John (Klasse Frisur!) als die Muse Kira eines meiner Vorbilder für meine Falbenkönigin gewesen und Gene Kelly (An American in Paris - USA 1951; Singin' in the Rain - USA 1952) habe ich immer schon gerne gesehen und gehört.
Auf einer Musikkassette, die mein Vater von einem Freund aus Wien mitbrachte, war neben ELO auch Wolfgang Ambros' satirisch-bissiges Hörspiel "Der Watzmann ruft" zu hören. Meinem Vater gefiel es und mir auch. Die Anfänge des Austro-Pops und -Rocks waren trotz meiner Volksschulzeit in Wien ebenfalls spurlos an mir vorüber gegangen und so etwas wie "Der Watzmann ruft" war für mich etwas Einmaliges. Klar weiß ich, wer beispielsweise Drahdiwaberl, Georg Danzer (Heite drah I mi ham), Rainhard Fendrich, André Heller (der mit den Zuckerln!), Ludwig Hirsch, Muckenstruntz & Bamschabel, Ostbahn Kurti (Wanns vuabei is, is vuabei), Erika Pluhar und Waterloo & Robinson sind. Sonderlich beeindruckt - wie später beispielsweise Hans Hölzl a. k. a. Falco oder Hubert von Goisern - haben sie mich jedoch nicht. Da bedurfte es schon eines singenden Malers - Arik (Erich) Brauer - und seiner LP "Alles, was Flügel hat, fliegt" (A 1973), um mich für die Mundart begeistern. Ähnlich toll fand ich eben auch Wolfgang Ambros', Manfred Tauchens und Joesi Prokopetzs Album "Der Watzmann ruft" (A 1974):
Groß und mächtig, schicksalsträchtig,
um seinen Gipfel jagen, Nebelschwaden.
A Donnern schickt er oft ins Tal
und dann schaudert's alle auf amal.
Wann er donnert, Gott behüt,
der Berg der kennt ka Einsegn nit.
Watzmann, Watzmann, Schicksalsberg,
du bist so groß und i nur a Zwerg. [...]
Text: TheTabworld.com (1998): Wolfgang Ambros / Manfred Tauchen / Joesi Prokopetz. Der Berg ruft. URL: www.thetabworld.com.
"Es lebe der Zentralfriedhof" (A 1975) und "Schifoan" (A 1976), beide von Ambros, höre ich ebenfalls gerne, genauso wie später DÖF (Deutsch-Österreichisches Feingefühl; Codo (Cosmischer Dolm); Taxi; Trude, die Teufelstaube). Die EAV (Die Erste Allgemeine Verunsicherung; Der Kerkermeister) mag ich nicht so, auch wenn ich den Namen der Gruppe sehr gelungen finde.
1980 - 1989
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DIE NEUE DEUTSCHE WELLE
Mitte Februar 1983 fuhr meine damalige Klasse, die 7D des Schubart-Gynasiums Aalen, zum Schifahren ins Ahrntal nach Südtirol, ein in jeder Hinsicht einschneidendes Erlebnis.Hatte ich zuvor nur gelegentlich Radio gehört, änderte sich dies schlagartig nach der Woche in Südtirol. Die NDW (Neue Deutsche Welle) hatte ihren Höhepunkt zwar längst erreicht, trotzdem war es nicht weiter verwunderlich, dass die Hits während dieser Tage wieder und wieder in diversen mitgenommenen Radiokassettenrekordern liefen. Mit den meisten Hits der NDW verbinde ich somit schöne Erlebnisse während des Schullandheims: Es war herrlich aufregend: Zum ersten Mal ohne Eltern zu verreisen, mit den netten Mädchen der Klasse Tür an Tür (durch ein Stockwerk getrennt) zu leben, Partyspiele zu machen (Stell dir vor du bist in der Wüste), Gute-Nacht-Küsse zu erhalten (nur am ersten Abend) und die ersten Schwärmereien für Mädchen zu haben (leider hatte meine damalige Flamme Christina W. rein überhaupt nichts für mich übrig und schwärmte dagegen für Wolfgang D.).
Ab dem Schullandheim hörte also auch ich - sozusagen als populär-musikalischer Spätzünder - die NDW. Allerdings möchte ich bemerken, dass ich Gabriele Susanne Kerner alias Nena heute um einiges attraktiver finde als früher. Wahrscheinlich rührt das daher, weil sie in ihrem Leben schon einiges mitgemacht hat und mit der Zeit reifer geworden ist. Den Rummel um sie habe ich allerdings nie so richtig verstanden. Trotzdem finde ich das, was sie macht und gemacht hat, sehr nett. Mein Lieblingslied von ihr ist "Nur geträumt":
Ich hab heute nichts versäumt,
denn ich hab nur von dir geträumt.
Wir haben uns lang nicht mehr geseh'n.
Ich werd mal zu dir rübergeh'n.
Alles was ich an dir mag,
ich mein das so wie ich das sag. [...]
Text: Rexwork.com (2006): Nena. Nur geträumt. URL: www.lyricshead.com.
Neben dem Sänger Markus hat Nena in dem Kulttrashfilm "Gib Gas, ich will Spaß" (D 1985) mitgewirkt. Beide Darsteller finde ich darin durchaus sympathisch. Mit Klaus Lage verbinde ich vor allem das Stück "1000 und 1 Nacht":
Tausendmal berührt,
tausendmal ist nichts passiert.
ausend und eine Nacht
und es hat Zoom gemacht. [...]
Text: NoMoreLyrics.net (2005): Klaus Lage. 1000 und 1 Nacht. URL: www.nomorelyrics.net.
Auch möchte ich DAF, die Deutsch-Amerikanische Freundschaft, erwähnen, die mit dem Stück "Tanz den Mussolini" Ärger bekam. Bei der Gruppe "Extrabreit" (Cover-Version "Für mich soll's rote Rosen regnen" mit Hildegard Kneef) fällt mir sofort "Der Flieger" ein. Die Gruppe "Grauzone" wurde vor allem durch ihr herrlich-unterkühltes Lied "Der Eisbär" bekannt:
[...] Ich möchte ein Eisbär sein
im kalten Polar.
Dann müsste ich nicht mehr schrein,
alles wär so klar.
Eisbären müssen nie weinen. [...]
Text: Juliette Guttmann (2005): Grauzone. Eisbär. URL: hinterstuebchen.juliette-guttmann.de.
Mit diesem Stück verbinde ich lange Nächte im ehemaligen "Sox" in Wasseralfingen. Als Wegbereiter der NDW gilt für mich vor allem die Gruppe "Fehlfarben" (Ein Jahr (Es geht voran); Der Himmel weint; Tag und Nacht). Bei Joachim Witt fand ich "Der goldene Reiter" sehr gelungen, lange bevor er das Album "Bayreuth Eins" (D 1998) veröffentlichte. Ich glaube das Stück war auch Teil des Soundtracks zu dem Film "Die flambierte Frau" (D 1983) mit Gudrun Langrebe und Mathieu Carrière. Ich bin mir aber nicht mehr ganz sicher. Frau Langrebe spielte später unter anderem in Helmut Dietls Film "Rossini - oder die mörderische frage, wer mit wem Schlief" (D 1997) mit. Um pubertäre Zipfelspiele ging es auch bei ZAZAs Hit "Zauberstab":
Wenn dein Mund lacht,
geht in mir die Sonne auf.
Mit dieser Zaubermacht
weckst du meine Lenden auf. [...]
Text: Rexwork.com (2006): ZAZA. Zauberstab. URL: www.lyricshead.com.
Ja, so wünschte ich mir meine zukünftige Freundin: Lasziv und sexy!
Von vielen anderen Gruppen der Zeit (Foyer des Arts; Palais Schaumburg; Der Plan, Rheingold (Dreiklangsdimensionen); Die Krupps; Nickerbocker & Biene (Hallo Klaus (I wü nur zruck)), Spliff (Das Blech) weiß ich meist nur noch ihre Namen. Die Gruppe "Münchner Freiheit" ist mir dagegen vor allem wegen ihres Rumpelstilzchen-Liedes in Erinnerung. Natürlich darf auch Peter Schilling (Major Tom (Völlig losgelöst)) nicht unerwähnt bleiben. Mein Lieblingslied der Gruppe "UKW" (Ich will; Heute hier, morgen da) ist "Sommersprossen", denn schließlich hieß meine Angebetete zu dieser Zeit - das ist nun wirklich kein Geheimnis mehr - ChrisTina. Ich mochte Hubert Kahs "Sternenhimmel", so wie den Albern-Sound von Andreas Dorau & Die Marinas (Fred vom Jupiter), als auch "Computerliebe" von Paso Doble.
Das One-Hit-Wonder "KIZ" hörte ich gerade wegen "Die Sennerin vom Königssee" sehr gerne, nicht nur wegen der rein geografischen Nähe zu Wolfgang Ambros' "Der Watzmann ruft":
Hoch in den Bergen über'm Königssee
da haust die Maid und hütet Vieh im frischen Klee
hoch auf den sonnigen Matten.
Sie ist so fromm und dennoch ungehemmt,
so wie ihr prall gefülltes Miederhemd. [...]
Text: NoMoreLyrics.net (2005): KIZ. Die Sennerin vom Königssee. URL: www.nomorelyrics.net.
Fräulein Menke (Tretboot in Seenot) verehre ich vor allem wegen ihres Liedes "Hohe Berge". TRIO fand ich nur beschränkt, obwohl diese Dünnbrettbohrer gerade durch Minimaleinsatz einen großen Reibach gemacht haben. Das ist schon beachtlich! Die Gruppe "Geier Sturzflug" war mir immer schon zu prollig. Hörenswert indessen waren: Rio Reiser R. I. P. (König von Deutschland; Julimond), Kraftwerk (Autobahn, Das Model), IDEAL (Blaue Augen) und die Gruppe "Steinwolke" (Katharine, Katherine).
Die feministischer Heldin der NDW ist für mich die Sängerin Ina Deter und ihr Stück "Neue Männer braucht das Land" (D 1982):
Ich schreib's auf jede Häuserwand:
Ich such den schönsten Mann im Land.
Ein Zettel an das schwarze Brett:
Er muß nett sein, auch im Bett. [...]
Text: Wonderlyrics.com (2004): Ina Deter. Neue Männer braucht das Land. URL: ina-deter-lyrics.wonderlyrics.com
Eine Sonderstellung (keine typische NDW-Combo) nimmt die Spider Murphy Gang ein. Mein Lieblingslied "Ich schau dich an" wurde bereits auf der Seite MÖGEN erwähnt:
[...] Ich schau dich an,
du bist so wunderschön
Ich schau dich an,
ich muß dich wiedersehn.
Jede Stunde möcht ich bei dir sein,
schon wieder werf ich eine Münze rein,
doch viel zu kurz ist das Minutenglück,
und ich muß wieder auf die Straße zurück.
Ja, ich muß wieder auf die Straße zurück,
ja, ich muß wieder auf die Straße zurück.
Peep-peep, Show-ow-ow-ow [...]
Text: LyricsBox.com (2002): Spider Murphy Gang. Ich schau dich an. URL: www.lyricsbox.com.
Mit ihrem Stück "Skandal im Sperrbezirk" haben wir nicht nur die Lehrer im Schischullandheim zur Weißglut getrieben. Da geht's ja - jawohl unerhört - um Nutten! Mittlerweile ist es etwas ruhiger geworden um die Band, die auch schon neben anderen wie Konstantin Wecker oder den Biermösl Blosn - mit einem gewissen Gerhardt Polt (Fast wia im richtigen Leben; Hundskrüppel; Kehraus) am Mikrofon - aufgetreten sind.
Alles in allem war es eine reichlich unbeschwerte Zeit: Überall wo man hinsah, trugen die Mädchen Miniröcke, es gab die Neonfarben und alle kamen braungebrannt aus dem Freibad oder dem Sommerurlaub zurück (Hautkrebs war noch kein großes Thema, genauso wie AIDS). Es gab Netzshirts bei Frauen, Haargel und -wachs (L'Oréal Studio Line) für Stachelrisuren und weiße, halbhohe Turnschuhe. Und vieles roch nach etwas (vornehmlich nach Erdbeere).
Als eine Art Neo-NDW agieren heute Gruppen wie 2Raumwohnung (Spiel mit), Juli (Perfekte Welle), Silbermond (Symphonie), Sportfreunde Stiller (Komm schon), Wir sind Helden (Guten Tag) und Eintagsfliegen wie die Formation "SPN-X" (Bravo Punk).
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Bild: Public domain.
Fortsetzung folgt.
Bild Mond: Courtesy of NASA.
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