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HALLOWEEN
Halloween [hælə'win oder hælo'win] ist ein Fest, das am Abend und in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November (Allerseelen) gefeiert wird. Fast jeder kennt die verkleideten Kinder, die Süßigkeiten oder Früchte sammelnd von Haus zu Haus ziehen. Halloween wird mittlerweile in der ganzen westlichen Welt gefeiert - am meisten jedoch in Großbritannien, Irland, Kanada, Puerto Rico und natürlich den Vereinigten Staaten.
Auch in Australien, auf den Philippinen und in Neuseeland erfreut sich Halloween langsam zunehmender Beliebtheit. Gefeiert wird zudem in Belgien, Frankreich und Spanien sowie Deutschland.
Halloween stammt ursprünglich aus Irland, wo es auf das ältere, keltische Samhain-Fest, eine Art Ernterdankfest und gleichzeitig Neujahrsfest, zurückgeht. Vor allem irische und schottische Einwanderer brachten im 19. Jahrhundert den Brauch nach Nordamerika. Die meisten anderen westlichen Länder haben Halloween vor allem als Teil der amerikanischen Popkultur im späten 20. Jahrhundert zu schätzen gelernt.
Der Name “Halloween“ bzw. seine ältere Schreibweise “Hallowe’en” ist die Kurzform von ALL-HALLOW-EVEN(ING). So wird der Abend vor dem All Hallows oder All Saints’ Day (dt. Allerheiligen) genannt. In Irland lautete der Name All Hallows Eve. Er wurde zu Hallow Eve verkürzt. Ein weiterer Name für Halloween ist All Saints’ Eve. Dies war ursprünglich ein Tag religiöser Festlichkeiten in verschiedenen heidnischen nordeuropäischen Traditionen, bis sich ihn die christlichen Missionare zu Eigen machten und ihm einen christlichen Charakter gaben. In Mexiko werden der erste und zweite November als DÍA DE LOS MUERTOS (Tag der Toten) gefeiert, in einigen Teilen Irlands wird Halloween auch Pooky Night genannt; vermutlich nach dem Púca, einem boshaften Geist.
In Australien nennt man die Nacht an Halloween Mischief Night.
In vielen europäischen Kulturen ist die Zeit um Halloween eine ganz Besondere, wenn die spirituelle Welt mit der physische Welt in Kontakt treten kann und wenn Zauberkräfte am stärksten sind.
WELTWEIT
Irland
Vor allem in Irland erfreut sich das Halloweenfest großer Beliebtheit - vor allem auch deswegen, weil es in Irland seinen Anfang nahm. In der gälischen Sprache heißt Halloween Oíche Samhain oder Samhain Night, denn bei den Kelten war Halloween als Samhain, das Ende des Sommers, bekannt. Samhain [’sawənj] war vor allem ein ländliches Fest, an dem die Toten die Welt der Lebenden heimsuchen und große Feuer im Freien entzündet wurden, um böse Geister zu verscheuchen. Selbst nach der Christianisierung Mitte des 6. Jahrhunderts hielten die Kelten an ihren alten, heidischen Bräuchen und Riten fest. 835 legte Papst Gregor IV. als Oberhaupt der Weströmischen Kirche das Datum von Allerheiligen auf den ersten November fest. Beweise dafür, dass Papst Gregor absichtlich das Allerseelenfest auf dieses Datum gelegt hat, um den Christen eine Alternative zu Samhain zu bieten, gibt es allerdings nicht. Die Oströmische (Orthodoxe) Kirche feiert indessen auch weiterhin Allerseelen am ersten Sonntag nach Pfingsten. Da Samhain traditionell auf die Nacht vor Allerheiligen fiel, wurde es möglicherweise in All Hallows' Even oder Hallowe'en unbenannt. Obwohl sich die Kelten damit einverstanden zeigten, dass der frühkirchliche Allerheiligentag (ursprünglich der 20. April) auf den 1. November verlegt wurde, waren sie nicht bereit, ihre Bräuche zu Samhain aufzugeben. Historisch oder archäologisch gibt es allerdings keinerlei Hinweise auf irgendeinen keltischen Totengott oder irgendein Fest namens Samhain. Bekannt sind heutzuztage die Namen von ungefähr 350 verschiedenen, keltischen Gottheiten. Ein Samhain gehört nicht dazu.
Auch in Keltisch-Wörterbüchern taucht das Wort SAMHAIN nur selten auf. Laut McBain’s Etymological Dictionary of the Gaelic Language bedeutet der Begriff „samhuinn“ (so die schottisch-gälische Schreibweise) hallow-tide (engl. holiday); gemeint damit ist das Ende des Sommers.
Leider gibt es nach wie vor wenige Anhaltspunkte, wie Samhain in der Keltenzeit wirklich gefeiert wurde. Der Historiker Nicholas Rogers beschreibt dieses Problem:
[…] It is not always easy to track the development of Halloween in Ireland and Scotland from the mid-seventeenth century, largely because one has to trace ritual practices from [modern] folkloric evidence that do not necessarily reflect how the holiday might have changed; these rituals may not be "authentic" or "timeless" examples of preindustrial times. […]
Text: Verfasser unbekannt (2006): Halloween. URL: en.wikipedia.org.
Heutzutage verkleiden sich sowohl Kinder als auch Erwachsenen in Irland zu den Halloweenfeierlichkeiten und es werden wie eh und je große Feuer im Freien entzündet oder man erfreut sich - vor allem in den Städten Derry (Londonderry) und in Dublin - an den spektakulären Feuerwerken. Die Kinder gehen von Haus zu Haus, klopfen an und sammeln Früchte, Nüsse oder Süßigkeiten. Früher wurde ihnen Salz in die Haare gestreut, um sie gegen die bösen Geister zu schützen.
Die Häuser werden mit ausgehöhlten Kürbissen und Rüben mit Furcht erregenden Fratzen geschmückt. Der traditionelle Kuchen zu Halloween ist der barnbrack, eine Art Rosinenbrot. Jedes Mitglied der Familie erhält ein Stück dieses Kuchens. Das Besondere an diesem Kuchen ist, dass in jedem ein Stoffflicken, eine Münze und ein Ring versteckt ist. Erhält man den Flicken, so schein eine rosige finanzielle Zukunft ungewiss. Findet man die Münze in seinem Kuchenstück, kann man sich getrost auf ein finaziell gutes Jahr freuen. Erhält man den Ring, so steht einer Liebschaft nichts mehr im Wege oder bedeutet dieser anhaltende Glückseeligkeit für seinen Finder.
Schottland
Schottland hat mit Irland die gälische Kultur und Sprache gemein. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Samhainfest Jahrhunderte lang auch in Schottland gefeiert wurde. Über die verschiedenen Bräuche schrieb Robert Burns in seinem Gedicht “Hallowe’en” (1785).
Im Schottischen Gälisch ist Halloween Oidhche Shamhna bekannt. Zu den typischen Bräuchen gehören auch in Schottland, dass Kinder in Gruppen von Tür zu Tür gehen und verkleidet sind (engl. guising). Meist tragen sie den Bewohner des Hauses ein Lied, ein Gedicht oder einen Tanz vor, ehe sie die von ihnen begehrten Süßigkeiten ausgehändigt bekommen. Manchmal spielen sie auch einen kleinen Streich und erhalten dann für gewöhnlich Nüsse, Orangen, Äpfel oder getrocknete Früchte, aber auch schon einmal einen kleinen Geldbetrag. Da vor allem auch kleinere Kinder an dem guising Teil nehmen, ist für sie das Vortragen meist schlimmer als der Rest. Zu den bekanntesten Reimen gehört dieser: “The sky is blue, the grass is green, may we have our Halloween”. Traditionell gibt es in Schottland kein Trick or treat.
In Schottland sind die Bräuche eng verbunden mit dem Glauben an Feen. Kinder verkleiden sich und tragen erleuchtete Rübengeister vor sich her, um die bösen Feen zu vertreiben.
Apfeltauchen gehört zu den beliebten Kinderspielen an Halloween und das Essen mit verbundenen Augen von an Schnüren gehängtem Teegepäck.
England, Nordirland und Wales
Die Angeln und Sachsen vertrieben im 5. und 6. Jahrhundert die Kelten in den Norden und den Westen der Britischen Inseln (heute Schottland und Wales). Sie nahmen den Brauch Halloween zu feiern mit. Wie bereits erwähnt wurde 835 Allerheiligen auf den 1. November festgelegt und Allerseelen wurde um etwa 998 auf den 2. November gelegt. Am Tag vor Allerseelen saß die Familie zusammen und der soul cake (dt. Seelenkuchen) wurde verteilt und gegessen. Schlag Mitternacht war es still im Haus. In jedem Zimmer wurde eine Kerze aufgestellt, die den Seelen, die in ihr irisches Heim zurückkehrten, den Weg zeigten. Auch stellte man ein Glas Wein auf den Tisch zur Erfrischung. Dieser Brauch hielt sich in einigen Teilen Nordenglands, wo Kinder von Tür zu Tür gehen und um Kuchen oder Geld bitten, in dem sie ein Lied singen. (engl. souling).
Die Englische Reformation im 16. Jahrhundert unterband Feiertage wie den Allerheiligentag. Als man im 17. Jahrhundert mit der Guy Fakwes Nacht dem vereitelten Attentat englischer Katholiken auf den englischen König und protestantischer Adliger in den Parlamentsgebäuden (Gun Powder Plot) gedachte, erinnerte man sich einiger alter Halloweentraditionen, vor allem das Abrennen von Feuern im Freien und so kam es, dass einige Bräuche auf den 5. November hinübergerettet wurden. Durch den US-Einfluss wurden in den Achtziger Jahren weitere Bräuche wieder belebt (das Kürbisschnitzen und das Süßigkeiten sammeln).
In England verkleiden sich heutzutage vor allem die Erwachsenen und besuchen so eine der Kostümfeste, einen Pub oder Club zu Halloween.
In einigen Teilen von England wird ein Fest gefeiert, das Halloween sehr ähnlich ist: die Mischief Night (dt. Unheilsnacht). Sie ist am 4. November. Dabei spielen vor allem Kinder den Erwachsenen Streiche, die mehr oder minder harmlos sind, wie z. B. das Aushängen von Haustüren. Früher wurden die Türen anschließend oft in Teichen versenkt oder versteckt. In den letzten Jahren ist die Zahl der Straftaten in Mischief Night wieder in die Höhe gegangen, in einigen Fällen kann man sogar von Vandalismus (Brandstiftungen) und Sachbeschädigungen sprechen.
Im ganzen Vereinigten Königreich schnitzen Kinder Gesichter in Kürbisse (Briten kauften 2004 etwa eine Million Kürbisse für Halloween).
Witch balls, oft blaue oder grüne Kugeln aus Glas, werden ebenfalls zu Halloween in den Häusern aufgehängt. Meist findet man sie in den Fenstern oder in den Eingängen. Es wird behauptet, dass sie zu glimmen beginnen, wenn sich ihnen eine Hexe nähert.
Bobbing for apples (dt. Apfeltauchen; schottisch: dookin) ist ein weiterer, sehr verbreiteter Brauch in England. Dazu werden Äpfel in eine Wanne, die randvoll mit Wasser gefüllt ist, gegeben. Jeder der Teilnehmer muss nun versuchen - ohne die Zuhilfenahme seiner Hände (also nur mit dem Mund) einen Apfel zu fischen. Wenn ein Apfel erfischt wurde, wird er geschält und seine Schale zurück in die Wanne mit dem Wasser geworfen, um zu sehen, ob die Schale einen Buchstaben formt. Dieser soll der Anfangbuchstabe des Namens der wahren Liebe des Antwortsuchenden sein.
Andere wiederum behaupten, dass der erste der einen Apfel ertauchen kann, auch der erste ist, der heiratet.
In Nordirland ist das Halloween Rhyming ein alter Brauch. Dabei gehen vor allem Kinder von Haus zu Haus. Sie sind verkleidet und Jack-o’-laterns leuchten ihnen den Weg. Die Laternen sind - im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten - aus Rüben geschnitzt wurden. Öffnet man ihnen die Tür, dann tragen die Kinder entweder ein Lied oder ein Gedicht vor welches man gewöhnlich mit Süßigkeiten belohnt.
Auch andere Spiele wie das Apfeltauchen und Hide 'n' seek (Versteckspiel) sind beliebt. Wie in der Irischen Republik werden Feuerwerke abgebrannt und Gruselgeschichten erzählt. Rosinenbrot (barmbrack) wird gebacken und Nüsse werden gegessen. Kinder, die sich schon etwas mehr trauen, spielen ein Spiel, das Thunder and Lightning heißt. Dazu klopfen sie an die Türen in der Nachbarschaft und rufen: “Like thunder". Dann laufen sie laut schreiend davon: "Like lightning"
Und auch in Großbritannien verändern sich die Bräuche langsam. Einige Kinder rufen nun auch "Trick or treat" (dt. Süßes, sonst gibt’s Saures) - wie man das aus Nordamerika kennt - und anstatt von Süßigkeiten werden ihnen nun manchmal kleinere Geldbeträge ausgehändigt. In Nordirland werden zu Halloween nicht mehr ganz so oft Feuer im Freien entzündet.
Kanada und die Vereinigten Staaten von Amerika
Halloween spielte als Feiertag bis zum 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten keine große Rolle. Grund dafür dürfte wohl die strenge, puritanische Tradition sein. Selbst Feiertage wie Weihnachten riefen vor 1800 den Argwohn der Puritaner hervor. Halloween wird bei den Feiertagen in nordamerikanische Kalendarien des späten 18. und 19. Jahrhunderts nicht einmal erwähnt. Erst durch die Einwanderung von fast zwei Millionen Iren nach der Irish Potato Famine (1845-1849), eine Hungersnot, hervorgerufen durch mehrere Kartoffelmissernten, kam der Feiertag nach Amerika. Neben den Iren waren es vor allem die Schotten, die ihre eigenen Halloweenbräuche nach Nordamerika brachten. Vor 1870 waren sie hauptsächlich nach Kanada ausgewandert. Erst später wurden die Vereinigten Staaten zu ihrem Haupteinwanderland.
Wenn der Feiertag im Amerika des 19. Jahrhunderts überhaupt Beachtung fand, dann hauptsächlich deswegen, weil Schottisch-Amerikanische und auch Irisch-Amerikanische Gesellschaften Festessen und Bälle zu Halloween gaben. Dabei rezitierten sie Robert Burns’ bekanntes Gedicht oder erheiterten sich an alten Gespenstersagen und Spukgeschichten.
Im Mittelpunkt der häuslichen Feiern standen vor allem die Kinder: Zum Zeitvertreib spielte man Apfeltauchen oder verschiedene Wahrsagungsspiele. So wollte man herausfinden, was die Zukunft in Liebesdingen für einen bereithielt. Auch das Spielen von Streichen an Halloween erfreute sich bei den Einwanderfamilien und deren Nachfahren großer Beliebtheit.
Eine Kommerzialisierung von Halloween in Nordamerika setzte nicht vor dem 20. Jahrhundert ein. Als erstes wurden Postkarten zu Halloween gedruckt, die zwischen 1905 und 1915 immer beliebter wurden und bald die unterschiedlichsten Motive aufwiesen. Die Dennison Manufacturing Company, die 1909 den ersten Katalog für Halloweenartikel herausgab, und die Beistle Company waren Pioniere auf dem Gebiet der Vermarktung von Halloweendekorationen; besonders was ausgestanzte Motive aus Papier betraf. Hersteller aus Deutschland, die sich bald auf die Herstellungen von Halloween-Figurinen spezialisiert hatten, zogen nach und vor allem in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen fanden deren Produkte großen Absatz in den Vereinigten Staaten.
Vor 1900 gibt es auch keinen Anhaltspunkt dafür, dass man sich zu Halloween kostümierte oder zumindest maskierte. Für die Masse produzierte Halloweenkostüme kamen nicht vor 1950 in die Läden, als das Trick-or-treating ebenfalls zum festen Bestandteil von Halloween wurde. Freilich gab es schon davor Masken und Kostüme zu kaufen.
Mittlerweile ist Halloween neben Weihnachten in den Vereinigten Staaten zu einem der lukrativsten Feiertage geworden. So begannen deshalb auch amerikanische Firmen ab 1990 eine große Auswahl an Halloweendekorationen für den Außenbereich herzustellen. Davor waren diese noch in Eigenregie angefertigt worden. Zu den beliebtesten Dekorationen für den Garten gehören Kürbislaternen aus Kunststoff, Vogelscheuchen, Hexen, orange- und lilafarbene Lichterketten, aufblasbare Dekorationen wie Spinnen, Kürbisse, Mumien, Vampire, Frankensteins Monster und Leuchtdekorationen für Türen und Fenster. Andere sehr beliebte Dekorationen sind beispielsweise Grabsteine und Wasserspeier aus Schaumstoff.
2005 wollten 80 % der Erwachsenen Süßigkeiten an Kinder verteilen und 93 % der Kinder hatten vor, Süßigkeiten zu sammeln (Quelle: National Confectioners Association).
Die Stadt Anoka in Minnesota (USA), die selbsternannte “Welthauptstadt des Halloweens“, begeht diesen Feiertag mit einem großen Umzug. Die Stadt Salem (Massachusetts) beanspruchte diesen Titel ebenfalls für sich, wurde aber von Anoka ausgestochen. U. a. versuchte Salem dadurch von seinem Negativimage als Schauplatz der Hexenprozesse (1692) im kolonialen Amerika weg zu kommen. Gerade aber die Hexenjagd und der eigens zur Erinnerung angelegte witch trial und das Salem Witch Museum bescheren der Stadt nicht nur zur Halloweenzeit zahlreiche Touristen.
Die größte Parade, die The Village Halloween Parade, wird wie kann es auch anders sein in New York City abgehalten. Sie wurde 1973 von einem Maskenhersteller aus Greenwich in Leben gerufen und nun nehmen jährlich über zwei Millionen Menschen als Zuschauer oder Beteiligte an der Parade Teil. Darüber hinaus verfolgen rund vier Millionen Zuschauer am Fernseher den Umzug von zuhause aus. Damit gehört die Parade zu den weltweit größten Umzügen, die nach Einbruch der Dämmerung abgehalten werden.
In vielen nordamerikanischen Städten werden heute die von Haus zu Haus ziehenden Kinder durch ein Licht auf der Veranda willkommen geheißen. In einigen Städten (jenen mit hohen Kriminalitätsraten) wird das Gehen-von-Haus-zu-Haus ganz verboten oder ist nur begrenzt erlaubt (so z. B in den Einkaufzentren der Stadt). So will man die Trick-or-treaters weitgehend vor Übergriffen oder Misshandlungen schützen.
Auf dem Land werden gerne Partys zu Halloween gefeiert. Diese Partys beinhalten oft traditionelle Spiele wie das Apfeltauchen, das Verstecken und Suchen von Süßigkeiten - ähnlich wie die Eiersuche zu Ostern - und Schnitzeljagden (oftmals in eine Gruselgeschichte eingebettet und von einer oder mehreren kostümierten oder maskierten Person, die sich in der Dunkelheit verstecken, hervorspringen und die Teilnehmer erschrecken, begleitet.). Grusel- und Horrorfilme werden ebenfalls gerne gesehen. Normalerweise werden die Kinder zu festgelegten Zeiten wieder abgeholt. Manchmal gibt es auch Übernachtungsmöglichkeiten.
An einigen Orten heißt die Nacht zum 1. November auch Devil’s Night oder Mischief Night. Fälle von Vandalismus und Brandstiftung gehen vor allem auf übermütige Jugendliche zurück. Oft werden Häuser oder Bäumen mit Klopapier eingewickelt oder rohe Eiern auf die Autos der Leute geworfen.
Neuheidnische Glaubensgemeinschaften, nicht nur in Nordamerika, ehren ihre Vorfahren am Abend des 31. Oktober. Die glauben daran, dass in dieser Nacht alle Seelen, die noch nicht in das Paradies übergegangen sind, noch einmal auf die Erde kommen und ihr altes Zuhause aufsuchen können.
Außerdem wurde Orson Welles’ Hörspiel “The War of the Worlds“ (dt. Krieg der Welten) nach dem gleichnamigen Buch von H. G. Wells ebenfalls zu Halloween (1938) zum ersten Mal im Radio gesendet. Viele Zuhörer glauben damals, dass tatsächlich eine Marsinvasion in Gang sei.
Australien und Neuseeland
Da Halloween in England nicht gefeiert wurde, kam im Zuge der Kolonisation der Feiertag nicht nach Ozeanien. Durch den Einfluss der US-Medien ist Halloween aber auch in Australien bekannt geworden, wenngleich Halloween als Feiertag in Australien eine eher geringe Rolle spielt. Halloween heißt in Australien und Neuseeland Mischief Night oder Danger Night. Man darf auch nicht vergessen, dass auf der Südhalbkugel um diese Zeit die Tage immer länger werden - ein wenig erbaulicher Umstand, um Halloween zu feiern :-D
FARBEN UND SYMBOLE
Schwarz und Orange gelten als die traditionellen Farben zu Halloween. Darüber hinaus spielen mittlerweile auch Purpur, Grün und Rot eine - wenn auch untergeordnete - Rolle.
Zu den Halloween-Motiven gehören vor allem schaurige oder unheimliche Dinge. Nicht mehr weg zu denken sind Geister, Außerirdische, Ghule, Hexen, Fledermäuse, Eulen, Krähen, Geier, Spukhäuser, Kürbisköpfe, schwarze Katzen, Spinnen, Kobolde, Zombies, Mumien, Skelette, Werwölfe und Dämonen genauso wie Spukgestalten aus Buch und Film (Dracula oder Frankensteins Monster).
Auch Elemente des Herbstes wie zum Beispiel Kürbisse oder Vogelscheuchen werden als Halloween-Symbole angesehen.
Gerade der ausgehöhlte Kürbis, dessen Inneres durch eine Kerze erleuchtet wird, die Jack-o’-latern, ist wohl das Symbol schlechthin zu Halloween. Obwohl es auf den Britischen Inseln den Brauch des Aushöhlens einer Steckrübe, Mangoldwurzel oder Speiserübe zur Laterne gibt, ist wohl das Aushöhlen eines Kürbisses in den Staaten typisch für Nordamerika. Kürbisse sind größer und leichter auszuhöhlen als die anderen Gemüsearten. Zu Halloween werden die Kürbisse mit Furcht erregenden oder lustigen Gesichtern sowie einer Kerze versehen und nach Einbruch der Dunkelheit auf die Eingangsstufe gestellt.
In Irland gibt es außerdem die Sage von dem schlauen Jack, der an der Nacht vor Allerheiligen dem Teufel begegnete, ihn aber mehrmals überlistete. Leider nutzte ihm dies nichts. Letztendlich landete er weder im Himmel noch in der Hölle, denn selbst der Teufel wollte ihn nicht haben. So irrt Jack nun mit einer Laterne als Geist durch die Welt...
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JACK O' LATERN
Die Kürbislaterne

Zubereitung
Besorgen Sie sich einen frischen Kürbis, der noch nicht angeschlagen ist. Schneiden Sie oben mit einem scharfen Messer eine sternförmige Öffnung und nehmen Sie den Deckel heraus. Höhlen Sie den Kürbis mit einem scharfen Löffel aus und entfernen Sie dabei zunächst alle Fasern und Kerne. Kratzen Sie vorsichtig das Fruchtfleisch heraus und verwenden Sie es weiter (siehe Rezept für die Kürbissuppe).
Zeichnen Sie mit einem abwaschbaren Filzstift Mund, Nase, Augen und Augenbrauen auf den ausgehöhlten Kürbis - nicht zu groß, Sie müssen später außen herum schneiden! Schneiden Sie mit einem scharfen Messer alle Formen so exakt wie möglich aus und schaffen Sie im Inneren des Kürbis unten eine kleine Höhlung für eine Kerze oder ein Teelicht.
Der fertige Kürbis: Stellen Sie eine Kerze hinein und setzen Sie den Deckel auf. Wenn die Kerze erlischt, müssen Sie noch kleine Löcher in den Deckel schneiden, damit die Flamme mehr Luft bekommt.
Tipp
Um die Haltbarkeit der Kürbislaterne zu erhöhen, stellen Sie sie tagsüber kalt oder wickeln Sie sie in ein feuchtes Tuch. Trotzdem ist so ein Kürbis ein vergänglicher Anblick - viel mehr als ein, zwei Wochen hält er nicht.
Text nach: Gabriele Frankemölle (2006): Halloween-Kürbisse. URL: www.usa-kulinarisch.de.
Bild Kürbis: Privat.
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TRICK OR TREAT
Süßes oder Saures
Ebenfalls an Halloween nordamerikanischer Prägung nicht mehr wegzudenken ist der Brauch des Trick-or-treating (dt. Süßes-oder-Saures), bei dem sich die Kinder verkleiden, von Tür zu Tür ziehen, klingeln und rufen: “Trick or treat!“ Obwohl das Verkleiden auf die alten Bräuche in Irland und Schottland zurückgeht, könnte sich das Betteln nach Süßigkeiten zu Halloween in den Vereinigten Staaten ganz unabhängig entwickelt haben. Die Bewohner eines Hauses (meist selbst kostümiert) händigen kleine Bonbons, Schokoladenriegel und manchmal sogar Erfrischungsgetränke aus. Manche Kinder stellen sich so geschickt an, dass sie mit ihren gesammelten Süßigkeiten ganze Kissenbezüge oder Einkauftüten füllen können.
Das Streiche spielen spielt beim heutigen Halloween keine so große Rolle mehr, auch wenn sich in der Halloweennacht teilweise die Fälle von Vandalismus (Einseifen der Fenster, Eierwerfen auf Häuser und das Einwickeln von Bäumen mit Klopapier) - ähnlich wie bei uns in der Mainacht - häufen. Bevor es Toiletten mit einer Wasserspülung in den Häusern gab, wurden oft die Toilettenhäuschen aus den Hinterhöfen weggetragen und versteckt. Auch Mehl in die erschreckten Gesichter der Nachbarn zu blasen, war einst Brauch.
Typische Kostüme zu Halloween sind Monster wie Vampire, Geister, Hexen und Teufel. Darüber hinaus verkleidet man sich auch gerne als Charaktere einer TV-Serie oder eines Filmes. Aber auch Persönlichkeiten wie 2004 George W. Bush oder John F. Kerry werden auf die Schippe genommen. Nach dem 11. September 2001 waren vor allem Verkleidungen als islamische Terroristen, Feuerwehrmänner, Polizisten und US-Soldaten bei Alt und Jung sehr beliebt. 2004 wollten sich 2,15 Millionen Kinder in den Staaten als Spider-Man verkleiden. Damit war der Comic-Charakter das beliebtesten Kostüm des Jahres 2004.
Die Spendenaktion “Trick-or-Treat for UNICEF” ist mittlerweile ebenfalls ein fester Bestandteil von Halloween geworden. 1950 nahm die Aktion ihren Anfang in einem Vorort von Philadelphia und weitete sich seither auf die gesamten Staaten aus. Für die Aktion werden den Kinder in den Schulen Pappschacheln ausgeteilt, in denen sie die Spenden stecken können, wenn sie von Haus zu Haus gehen. Seit Beginn der Aktion geht man davon aus, dass mehr als 199 Millionen Dollar im Namen der UNICEF gesammelt wurden.
Nach einer Studie der National Retail Federation in der USA planten 2005 53.3 % der Konsumenten ein Kostüm für Halloween zu kaufen. Dafür wollten sie im Schnitt 38,11 Dollar ausgeben. Im Jahr zuvor waren es gerade einmal knapp über 10 Dollar. Damit sollten ungefähr 3,3 Milliarden Dollar für den Feiertag ausgegeben werden.
Teenager und Erwachsene veranstalten zu Halloween lieber Kostümpartys und bleiben zuhause, um selbst Süßigkeiten zu verteilen, Halloweenmusik zu hören oder Kinder, die an den Türen klopfen, zu erschrecken.
Gewöhnlich im Teenageralter wird die Begeisterung der Jugendlichen für das Trick-or-Treating weniger. Zwar wird es im Allgemeinen geduldet, dass auch Jugendliche von Haus zu Haus ziehen und um Süßigkeiten betteln, jedoch wird das ihnen nicht gerade leicht gemacht, sodass sie schnell die Lust verlieren.
Gerne werden auch zu Halloween Spukhäuser (engl. haunted houses) und andere unheimliche Orte in der Umgebung aufgesucht. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass diese tatsächlich von Geistern heimgesucht werden. Meist wird etwas nachgeholfen :-e Eine Alternative hierzu ist ein so genannter haunted trail (dt. Gespensterpfad), bei dem Besucher entlang des Weges (etwa durch einen Wald) mit allerlei Spukgestalten oder nachgestellten Szenen aus bekannten Horrorfilmen konfrontiert werden. Viele amerikanische Filmstudios bringen ihre Horrorfilme vor allem zu Halloween in die Kinos, da sie hoffen, das Publikum könnte vor allem zu Halloween Gefallen an der gruseligen Unterhaltung finden. Beispiele hierfür sind der Film “Saw“ sowie seine Fortsetzung oder auch der director’s cut von Ridley Scotts “Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (UK 1979).
ESSEN
Da normalerweise der Feiertag mit der jährlichen Apfelernte zusammenfällt, sind kandierte Äpfel sehr beliebt zu Halloween. Dazu werden die Äpfel in klebrigen Zuckersirup getaucht. Manchmal werden sie anschließend zusätzlich in Nusssplitter gewälzt. Der Brauch kandierte Äpfel zu Halloween zu verschenken erfreut sich mittlerweile keiner so großen Beliebtheit mehr, nachdem Gerüchte aufkamen, dass einige der Äpfel mit Nadeln, Reißzwecken oder Rasierklingen präpariert wurden. Beweise ließen sich selten finden und noch seltener wurde tatsächlich jemand verletzt. Trotzdem schenkten viele ängstliche Eltern den Gerüchten Glauben und eine regelrechte Hysterie brach unter ihnen aus. Auch die wenigen, bekannten Vergiftungsfälle sind darauf zurück zu führen, dass Eltern ihren eigenen Kindern schaden wollten und nicht anderen Kindern.
Ein Brauch zu Halloween, der unverändert bis heute in Irland Bestand hat, ist - wie schon erwähnt - das Backen (oder mittlerweile Kaufen) eines barmbrack (irisch: báirín breac).
Zu den weiteren Speisen, die mit Halloween in Verbindung gebracht werden, gehören:
- Candy corn - Naschwerk aus Zuckermais
- Bonfire toffee - Karamellkaubonbons
- Toffee oder candy apple kandierter Apfel
- heißer Cidre (Apfelwein)
- geröstete Kürbiskerne
- verschiedene Süßigkeiten in den Farben Orange, Braun oder Schwarz
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PUMPKIN SOUP
Kürbissuppe
Zutaten
500 g Kürbisfleisch, geputzt und gewürfelt
500 g Kartoffeln
1 Zwiebel, gehackt
1 Stange Lauch, geputzt, in Ringe geschnitten
3/4 l Gemüsebrühe (Fertigprodukt)
1 EL Öl
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
etwas Balsamico-Essig
etwas Creme Fraiche
2 EL Kürbiskerne
Zubereitung
Kürbiskerne trocken in einer Pfanne rösten und beiseite stellen. Zwiebel und Lauch im Öl glasig dünsten, dann Kartoffeln und Kürbis dazugeben. Mit der Brühe aufgießen, mit Gewürzen abschmecken und etwa eine Viertelstunde kochen lassen, bis das Gemüse weich ist, pürieren. Mit etwas Creme Fraiche und Balsamico-Essig verfeinern, mit den gerösteten Kürbiskernen garnieren.
Tipp
Es sieht ganz toll aus, wenn Sie die Suppe in einem ausgehöhlten Kürbis servieren.
Text nach: Gabriele Frankemölle (2006): Kürbis-Rezepte. URL: www.usa-kulinarisch.de.
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KRITIK
Viele Christen finden nichts dabei Halloween zu feiern. Ihrer Meinung nach ist der Feiertag völlig harmlos und dient vor allem dazu möglichst viele Süßigkeiten zu sammeln und sich dabei tüchtig zu gruseln. Dabei hat Halloween mancherorts mittlerweile einen größeren Stellenwert als das Allerheiligenfest. Zudem handelt es sich bei Halloween um einen Feiertag, der nur bedingt in die Reihe anderer kirchlicher Feiertage passt. Die Vermischung von christlichen und heidnischen Wurzeln bei der Entstehung von Halloween und die angebliche Nähe zum allem Bösen oder Übernatürlichen bereitet jedoch auch einigen aufgeschlosseneren Christen Probleme.
Fundamentalisten und verschiedene evangelische Gruppierungen, neben Orthodoxen Christen ebenso wie strenggläubige Juden und Muslime sind jedoch gänzlich gegen Halloween eingestellt und erlauben es ihren Kinder nicht, Halloween zu feiern. Unter den Gründen, die gegen Halloween sprechen, gibt es viel Widersprüchliches: Zum einen sind es die größtenteils heidnischen Ursprünge des Halloweenfestes, an denen sich einige stören, zum anderen mögen manche nicht die vermeintliche Nähe zu der Römisch-Katholischen Kirche - obwohl wieder andere in Halloween ein Fest des Teufels sehen. Christen, so z. B. die Römisch-Katholische Kirche, halten an der Einheit von Halloween und Allerheiligen fest. Es gibt auch christliche Gemeinden, die Alternativen zum Halloween anbieten, so beispielsweise Feste, bei denen der Herbst und die Ernte ein zentrales Thema sind. Viele Christen sind überzeugt, dass Halloween kein Werk des Teufels ist oder die Seelen der Kinder einen Schaden davon nehmen.
Auch ist der 31. Oktober in den meisten evangelischen Gemeinden als Reformationstag bekannt, der Tag, an dem Martin Luther seine 95 Thesen zu Ablass und Buße an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben soll. Der Reformationstag ist eher ein kleiner, religiöser Feiertag. Manche verbinden auch die Feiertage Halloween und Allerheiligen. Die Auseinandersetzung mit dem Tod und der Endlichkeit des irdischen Lebens so die Befürworter von Halloween - kann eine wichtige Lebenserfahrung sein. So äußerte sich Pater Gabriele Amorth, Exorzist der Diözese Rom, in einem Interview gegenüber der Zeitung “The Sunday Telegraph“:
[…] if English and American children like to dress up as witches and devils on one night of the year that is not a problem. If it is just a game, there is no harm in that.
Text: Verfasser unbekannt (2006): Halloween. URL: en.wikipedia.org.
Kritik an Halloween kommt indessen nicht nur aus den Reihen monotheistischer Religionen. Auch die Anhänger des Wicca-Kults sind der Auffassung, dass Halloween beispielsweise dem Bild einer wahren Hexe nicht gerecht werde und das durch Halloween nur der Stereotyp einer Hexe vermittelt werden würde.Zudem wurden auf Seiten der Wicca-Anhänger und anderer neuheidnischer Gruppierungen Stimmen laut, dass es sich bei Halloween um nichts anderes als den kommerzialisierten Abklatsch des ursprünglichen Samhain-Festes handeln würde.
LaVey’sche Satanisten sehen Halloween ebenfalls als eine Art religiösen Feiertag an, wie er auch in dem gleichnamigen Kapitel in ihrer Satanischen Bibel beschrieben wird. Ähnlich wie bei den Neuheiden gilt Halloween bei ihnen als eine ganz besondere Nacht voller Magie. In Versammlungen vollziehen sie ihre Rituale.
Bild Mond: Courtesy of NASA.
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