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VORWORT
Wie ich schon eingangs auf der Seite HOME betont habe, bin ich weder ein ausgesprochener Szenegänger noch ein -kenner. Ich fühle mich der Szene dennoch zugehörig, obwohl ich mich selten mit anderen Goth unterhalten habe. Mein Wissen über die Gothic Girls habe ich vor allem aus dem Internet, aber auch aus der Literatur, die ich über Jahre gesammelt habe. Eigene Bobachtungen spielen eher eine untergeordnete Rolle. Trotzdem kann ich mich nicht dem besonderen Reiz entziehen, die jene Twisted Sisters auf einen ausüben.
Es ist mit nach wie vor peinlich, dass ich, als ich Marilyn Mansons Video "The long hard Road out of Hell" zum ersten Mal sah, eine Weile brauchte, um herauszubekommen, wer in diesem Video weiblichen und wer männlichen Geschlechts war. Ist auch nicht weiter schlimm! Marilyn Manson ist zwar, und mit dieser Meinung bin ich nicht alleine, kein Superstar der Schwarzen Szene, trotzdem sind einzelne Elemente bei ihm goth-like. Eines davon ist, was ich für die Goths sehr typisch finde, dass die Grenze zwischen den Geschlechtern in der Szene fließend ist und mit dieser Grenzüberschreitung förmlich kokettiert wird. Nicht umsonst fühlen sich auch Transsexuelle in der Schwarzen Szene wohl. Außerdem habe ich schon öfters gehört, dass Transsexuelle die schöneren Frauen geben. Ähnliches gilt für drag queens.
Wichtig ist, dass ich neben meiner Vorliebe für dunkelhäutige Frauen und meinem gebrochenen Verhältnis zu blonden Frauen (ich habe darüber berichtet) also auch ein ausgesprochenes Faible für diese Sinister Beauties habe. Das Warum möchte ich auf dieser Sonderseite erläutern.
Der Begriff "Gothic Girl" ist übrigens keinesfalls abwertend gemeint, schließlich sind wir alle noch jung oder fühlen uns zumindest junggeblieben.
THE OUTER CIRCLE
Gothic Girls haben die gleiche Vorliebe für Schwarz wie ich. Das macht sie sehr sympathisch. Auf die Symbolik der Unfarbe Schwarz wurde schon auf der Seite DENKEN in dem Abschnitt DER GEMÄSSIGTE ANARCHIST eingegangen. Tatsächlich ist Schwarz eine Unfarbe, deren Bedeutung sehr vielschichtig ist. Zum einen steht sie - zumindest was den westlichen Kulturkreis betrifft - für den Tod und die mit ihm verbundene Trauer. Sie symbolisiert die Schattenseiten des Lebens und ist gleichbedeutend mit der Düsternis. Schwarz kann aber auch Macht bedeuten. Es verleiht seiner Trägerin Macht und Solvens. Sie unterstreicht den hohen Rang einer Person. Auch steht Schwarz für Dramatik. Denke ich an Schwarz, so fallen mir sofort in Bezug auf das Thema dieser Internetseite die Strichzeichnungen des leider bereits verstorbenen, amerikanischen Künstlers Edward Gorey ein. Die Frauen in seinen Bildergeschichten, die voll von feinem Schwarzen Humor sind, haben alle allesamt etwas Tragisches:
K is for Kate who was struck with an axe.
Text: Edward Gorey (1997): The Gashlycrumb Tinies. Or, After the Outing. New York / San Diego / London.
In verschiedenen Regionen der Erde ist schwarze Kleidung dem Alter vorbehalten. Junge Menschen, so wird argumentiert, wirken in Schwarz stets etwas verloren - ganz so, als müsste man Mitleid mit ihnen haben. Schwarz steht auch für eine gewisse coolness der Trägerin. Schwarz kann ebenso Enthaltsamkeit und Demut bedeuten. Schwarz verbreitet oftmals Angst und Schrecken. Man denke da beispielsweise an den Schwarzen Tod oder an die schwarzen Uniformen der SS im Zweiten Weltkrieg. Nicht umsonst hieß die SS auch der Schwarze Orden. Schwarz steht für Unterdrückung und das Böse (Black sabbath, engl. Schwarze Messe).
Von der Kleidung her ist Schwarz eher eine empfindliche Farbe. Passt man nicht auf, so wird beim Waschen aus Schwarz ein unansehnliches Grau. Längstens bei Schwarzlicht entdeckt man oft Fusseln u. ä. auf der Kleidung und wer Allergiker wie ich ist weiß, wie dunkle Farben auf der Haut brennen können, vor allem, wenn zum Färben Farbstoffe verwendet wurden, die eher als Gesundheit gefährdend einzustufen sind. Manche schwarze Farbstoffe stehen auch in Verdacht krebserregend zu sein. Nicht ganz unproblematisch wie ich finde. Trotzdem mag ich, wie all die Gothic Girls auch, Schwarz in allen Lebenslagen. Black is beautiful.
Ein attraktives Schwarz kann jede tragen, völlig gleichgültig, welche Haarfarbe die Trägerin hat. Schwarz ist neben Weiß auch die Farbe des Make-Ups. Im Wien Mitte der Achtziger Jahre war es in der Schwarzen Szene üblich sich bleich zu schminken. Selbst die Lippen waren nahezu weiß. Die Augen allerdings wurden düster schwarz umrandet, der Kontur der Augenhöhlen folgend. Und wer es ganz besonders gut gemeint hat, der setzte noch ein paar Blutstropfen darunter, so als würden rote Tränen aus den hohlen Augenhöhlen tropfen. Ein nettes, äußerst szenetaugliches Make-Up wie ich finde! Ansonsten gehöre auch ich zu den Männern, die nicht allzu viel Make-Up mögen - frei nach der Devise: Weniger ist mehr. Ich finde es schön, wenn Frauen reine, klare Haut haben und Sommersprossen nicht verdeckt werden. Es küsst sich einfach besser ohne Make-Up! Was blonde Wimpern anbelangt, so finde ich sie ebenfalls à nature schöner. Es gibt eine eher untypische Fotostrecke von Pamela Anderson (ich bin gewiss kein Fan von ihr) für das Modelabel "H&M", auf der ihre naturblonden? Wimpern zu sehen sind. Viele echte Blondinen tuschen oder färben ihre Wimpern z. T. tiefschwarz. Das wirkt immer ein wenig dominant und düster, wie ich finde. Aber das ist ja auch beabsichtigt, oder! Ein glamouröses Augen-Make-Up, warum nicht: Dunkler Lidschatten à la Camilla Finn (Ford Supermodel of the World 2005) lässt die Augen geheimnisvoll wirken: Schwarzer eye-shadow rund um das Auge, die Konturen abgesoftet und für besonderen Schimmereffekt auf dem Oberlid farbloses eye-gloss hat etwas Ausdruckstarkes, natürlich nur wenn der Rest eher etwas dezent ausfällt.
Weiß hingegen steht zunächst einmal für Helligkeit. Die Unfarbe bedeutet Licht. Viele Dinge, die wir mögen, sind weiß: Die Wolken, der Schnee, der Schaum usw. Eine weiße Taube ist das Symbol des Friedens. Weiß vermittelt Reinheit, Unschuld und Unbeschwertheit. Meine Lieblingsblume, die weiße Madonnenlilie (lat. lilium candidum), hat in der Marienverehrung einen besonderen Stellenwert (unbefleckte Empfängnis). Weiß kann aber auch für Leere, Strenge und Steifheit stehen. Eine weiße Fahne signalisiert die Kapitulation. Ein blendendes Weiß wird eher als unangenehm empfunden und in Japan ist die hellste aller Farben ein Symbol der Trauer. Nicht umsonst werden auch bei uns weiße Blumen bei Trauergebinden verwendet:
Du steigst den Berg hinauf.
Lilien begegnen dir.
ein Weg ist zu Ende.
Du bist erlöst.
Text: Heidrun-Auro Brenjo (2006): Erlöst. URL: www.festpark.de.
In besonderer Erinnerung geblieben ist mir ein Kurzfilm, den ich als Kind sah. Viel weiß ich nicht mehr über ihn, außer, dass er eine Hinrichtung gezeigt hat und dass das rote Blut des Erschossenen auf weiße Blumen getropft ist. So etwas vergisst man nicht so schnell. Wie ich aber dazu kam, ihn zu sehen, weiß ich nicht mehr.
Weiße, bleiche Haut war früher dem Adelsstand vorbehalten. Man sprach von einer "vornehmen" Blässe. Mit der Zeit kam jene weiße Haut in Verruf. Blass zu sein galt um 1900 mit der Erfindung der Luft- und Sonnenbäder als eher kränklich und ungesund. Diese sollten gegen die damals weit verbreitete Schwindsucht und andere Krankheiten vorbeugen. Es lässt sich die Nähe zur Leichenblässe nicht ableugnen. Die Goths übernahmen Ende der Siebziger Jahre diese Blässe nicht zwangsweise aus nekrophiler Neigung, sondern weil sie sich von dem allgemeinen Schönheitsideal einer sonnengebräunten Haut, bewusst absetzen wollten. Dabei bilden dunkle oder gar schwarze Haare den größten Kontrast zu der bleichen oder hell geschminkten Haut der Gothics. Erneut muss die Schauspielerin Liv Tyler herhalten: Brünette Haare, strahlendblaue Augen und eine weiße, zarte Haut. Was will man mehr? Dabei gefällt mir eine sehr helle Hautfarbe genauso wie eine sehr dunkle. Dunkelhäutige Goths gibt es meines Wissens (außer unter meinen Sims) nicht. Eigentlich schade, denn dunkler geht es nimmer!
Bei der Kleidung ist mir Weiß fast ein Bisschen zu unschuldig. Allerdings ist ein Gothic Girl, das auf sündlos macht und es dabei ganz faustdick hat, sicherlich nett. Im Übrigen gibt es auch weiße Lackkleidung. Wer also auf Doktorspielchen steht, warum nicht! Eine Schwesterntracht mit rotem Kreuz ist sicherlich schnell besorgt:
[...] She was a professional, a woman of substance. She was a nurse and, as in everything she did, she was good at it. She was also very intelligent and a natural observer of people. [...]
Text: Knochenmädchen (2006): Brit Pansy. The Nurse. URL: pages.zdnet.com.
Seid willkommen, ihr Asylum Angels, Bedlam Beauties und Chloro Nurses.
Im Übrigen könnte Schwarz ohne Weiß nicht sein. So einfach ist das!
Eine Farbe, dich ich erst als Kunde von "Caleidolex - Dark Interior Design" so richtig zu schätzen gelernt habe, ist Rot. Ganz gleichgültig ob bei durchsichtigem Glas oder als Hochrot bei Vorhängen, Rot ist eine herrliche Farbe. Sie ist die Farbe des Blutes und damit des Lebens. Rot steht für die Liebe, die Leidenschaft, die Sinnlichkeit und die Erotik. In der katholischen Kirche symbolisiert sie Macht und Würde (Rot der Kardinäle), aber auch Reue und Buße. Rot signalisiert Gefahr und Rot steht mutmaßlich für die Nähe zum Teufel und allem Dämonischen: Rothaarige Frauen wurden bevorzugt als Hexen verbrannt. Le Rouge aux Lèvres - Rot auf den Lippen - heißt passender Weise der französische Titel eines Vampirfilms. Mir kommt bei Rot sofort der Krampus (Knecht Ruprecht) in den Sinn. Zum Nikolo (am Morgen des 6. Dezembers) gab es in Österreich im Nikolobeutel aus rotem Zellophan oder Papier, der traditionellerweise mit Mandarinen, Nüssen, Datteln und Feigen gefüllt war, auch immer einen Schokoladenkrampus, der in rotes Staniolpapier gewickelt war. Außerdem gab es welche aus Plüsch oder als Pfeifenputzermännchen mit Fratzen aus Kunststoff. Meine Mutter hat uns einen aus rotem Filz gebastelt. Geschenkideen à la Krampus gibt es noch andere: Es gibt grausliche Gummimasken mit Hörnern, Fellkostüme, Ruten mit roten Schleifen und Ketten. Noch beliebter sind freilich rote Dessous oder schwarze Stiefel, die man gleich befüllen kann. Rote, schenkelhohe Lackstiefel sind allerdings das Nonplusultra! Nebenbei bemerkt: Den Brauch rote Wäsche zu tragen gibt es vor allem in Italien. Zu Silvester tragen die meisten Italienerinnen rote Unterbekleidung. Das soll Glück bringen und ich habe gehört, dass die Italienerinnen sehr stolz und vor allem sehr zeigefreudig sind, was diesen Brauch anbelangt. Na dann: Felice anno nuovo.
Somit ergänzt Rot - meiner Meinung nach besser als Blau, Grün oder Violett - ideal die Farbwahl eines Goths - sozusagen die tri couleurs Gothiques. Nicht umsonst trägt ein Buch über die Gothics den Titelzusatz: Weiß wie Schnee, Rot wie Blut und Schwarz wie Ebenholz.
Allerdings passt Rot längst nicht jeder. Rot mag zu Hell- oder Dunkelhaarigen passen. Rothaarige, die sich in Rot kleiden, sind allerdings ein Thema für sich. Vielleicht käme es dennoch auf einen Versuch an, sozusagen Ton in Ton. Ein gelungenes Beispiel ist das Rotkäppchen aus dem Trickfilm "The Little Red Hot Riding Hood" (USA 1943), dessen Haare im Original rotblond angelegt waren und die Rot trug. Eine richtige kleine Sexbombe! Rot ist eine Farbe, die sagt: Jetzt will ich es wissen! Britney Spears in ihrem rotem Latexsuit hat es vorgemacht (Oops! ... I did It again; USA 2000) genauso wie die attraktive, brünette Teufelin in dem Video "Venus" der Girlband "Bananarama".
Neben der richtigen Farbwahl scheinen beim Äußeren eines Goths auch die Haare eine wichtige Rolle zu spielen. Für die Pflege und das Styling der Haartracht wird jedenfalls sehr viel Zeit investiert. Da kann ich mit meiner Glatze leider nicht mithalten, allerdings sind mir nicht nur bei Gothic Girls gepflegte Haare sehr wichtig, ganz egal, ob die aufwendig frisierte Haartracht romantisch-barocke Outfits komplettieren soll oder ob rasierte Stellen und toupiertes Haar den düsteren wilden Look der Trägerin unterstreichen soll. Wirres Haar zurzeit der Hexenverfolgung ist ein sicheres Indiz dafür gewesen, Kontakt mit dem Teufel gehabt zu haben. Eine geordnete Haartracht schützte gegen Verlockungen aller Art. Für den Hexensabbat wurden Gerüchten nach die Frisuren und Zöpfe der Frauen jener Zeit aufgeflochten. In den verschiedensten Kulturen besitzt Frauenhaar auch heute noch eine starke Symbolik. Der unbezähmbare Eindruck, den die Haartrachten der Gothic Girls hinterlassen, wird durch die Wahl der Haarfarben verstärkt. Den stärksten Kontrast zu weiß geschminkten Gesichtern bildet - wie bereits beschrieben - schwarzes oder dunkles Haar. Das Schwarz der Haare spiegelt sich auch in der Schwarzen Kleidung wieder. In den Märchen werden die Bösen in der Regel mit schwarzen oder roten Haaren und schwarzer Kleidung dargestellt. Ausnahme bildet das Grimmsche Märchen vom Schneewittchen. Unvergessen ist die hübsche Hauptdarstellerin in Walt Disneys gleichnamigem Trickfilm von 1937, das Snowwhite-posing der Marilyn-Manson-Verlobten Dita von Teese, sowie das böse S/M-Schneeflittchen (die Riesendomina vs. die Rammstein-Zwerge) in dem Video "Sonne" der NDH-Gruppe:
[...] Das Supergirl war in Wirklichkeit ein Junge. Ein 2,12 m langer Typ spielte Schneewittchen. Das süße Gesicht wurde dann zum Schluss am Computer reinmontiert. [...]
Text: Sue Lindemann (2005): Rammstein: Horrortrip ins Schwarze Loch. BRAVO (2001). Christian "Flake" Lorenz. URL: rammimages.com.
So kann man sich irren!
Blonde Haare sind in der Schwarzen Szene eher selten anzutreffen. Arme Blondinen, kann ich da nur sagen! Einzig die extremste Schattierung Weißblond ist szenetauglich. Weißblondiertes Haar wirkt kalt und umgibt die Trägerin mit einer düster-geheimnisvolle Aura. By the way: Wie gesund ist das Haarefärben eigentlich? Blondes Haar gilt ansonsten als Zeichen für Unschuld und Frömmigkeit, ein Attribut, das sich auch die Werbung zueigen gemacht hat, wenn sie für Reinheit und Frische werben soll. Ich denke, Blondinen werden oft - was beispielsweise die Gerissenheit betrifft - unterschätzt. Le au demeurant la meilleur fils du monde.
Was Äußerlichkeiten betrifft imponiert mir, dass viele Gothic Girls anscheinend keine Berührungsängste mit anderen Szenen haben. Gerade das Piercing macht das deutlich. Was das Piercing betrifft hatte die S/M-Szene eindeutig Vorreiterfunktion. Allerdings dienen Piercings dort nicht wie bei den Goths vorrangig der Körperzierde, sondern zur Steigerung des Lustgefühls durch Stimulation bei sexuellen Aktionen. Genauso wie Piercings haben auch Tattoos nach wie vor etwas Verwegenes. Ist ein Tattoo gut gestochen, ist es sicherlich etwas durchaus Reizvolles. Und ich spreche jetzt nicht von Trivial-Arschgeweihen. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass Haut etwas Lebendiges ist und mit der Zeit die Qualität der Tattoos abnimmt. Außerdem ist bei den Gothic Queens z. T. Vorsicht geboten: Tattoos können bei ihnen im starken Kontrast zur Persönlichkeit und zum Auftreten der jeweiligen Trägerin stehen. Auch nicht schlecht! Ich persönlich finde, dass Tattoos aus Japan am schönsten sind, da sie dort schon eine lange Tradition haben und grafisch oft sehr schön ausgeführt werden.
Auch bei der Kleidung gab es über die letzten zweieinhalb Jahrzehnte hinweg eine Annäherung der Schwarzen Szene an die S/M- sowie Fetisch-Szene. Teilweise fand sogar eine Vermischung der zwei Szenen statt, allerdings wurde die Faszination der Schwarzen selten von Seiten der S/M-Szene erwidert. Kleidung, Gebaren und Gebräuche wurden teilweise sehr vorurteilsfrei von den Goths übernommen. Lange vor dem regelrechten Boom der Fetischkleidung Anfang der Neunziger Jahre - ausgelöst durch die Technowelle - hatte sich bereits ein Gros der Schwarzen Szene S/M-typische Kleidungsstücke und Fetischgegenstände zu eigen gemacht. Die S/M-Szene war darüber nicht undankbar: Sie wurde ein wenig vom Makel des Abnormalen oder Kriminell-Perversen befreit. Mittlerweile ist selbst die Lackmode gesellschaftsfähig geworden. Ein wenig Schade finde ich das schon, denn längstens wenn eine Sache Modetrend ist, ist es Zeit sich etwas Neues zu suchen. Dabei finde ich die Goth Girls in Lack, Leder oder Netz gekleidet meist sehr apart. Sie sind für mich eye candy - ein Augenschmaus - so etwas wie dunkle Musen. Das haben auch andere längst erkannt und schlachten diesen Umstand mit einschlägigen Seiten im Internet aus. Na ja, es gehören immer mindestens zwei dazu :-(
Sowohl der S/M- als auch der Schwarzen Szene ist gemein, dass Männer sich durch Kleidung und Verhalten in die Rolle der Frau begeben. In der S/M-Szene spielen Männer oft die "schwache Frau", die durch eine vermännlichte Frau (Domina) dominiert und erniedrigt wird. Auch in der Schwarzen Szene wird gerne kokett mit den weiblichen Anteilen und Reizen des Mannes gespielt, ein wahres Paradies für Transsexuelle ;-) Das Geschlechterspiel hat eine alte Tradition: So sahen zum Beispiel die Incroyables (frz. die Unglaublichen) wie als Frauen verkleidete Männer aus. Oder man denke an Goethes "Werther", der als unmännlich und gefühlsbetont gilt. Sensibilität, Rücksicht und Zartheit heißen die Schlagworte in der Schwarzen Szene. Der scheinbare Tausch der Geschlechterrollen scheint auch bei den Goths nicht unüblich zu sein. Manchmal wird ein Mann zum Sexobjekt gemacht und eine selbstbewusste Frau markiert den starken Gegenpol innerhalb einer Beziehung. Warum nicht! Ich verehre selbstbewusste Frauen, die ihre Interessen und Kreativität ausleben. Gleichberechtigung ist bei anderen Szenen eher eine Ausnahme.
Ebenfalls gemein haben beide Szenen ihre Vorliebe für Schwarz. Allerdings sind Anhänger der S/M-Szene im Alltag nicht auszumachen. Das Tragen von schwarzer Kleidung ist nur auf sexuelle Aktionen beschränkt, während Goths durchgängig schwarze Sachen tragen. Und im Gegensatz zur S/M-Szene geht die Zugehörigkeit zur Schwarzen Szene (Schwarzsein) eher als Jugendsünde durch. Bei diversen S/M-Spielereien kann man kaum mehr von pubertärem Geplänkel reden ;-) Ziel der schwarzen Kleidung ist es sich vom Bürgertum abzusetzen, vielleicht ein Indiz dafür, dass sich die Schwarze Szene Ende der Siebziger Jahre ursprünglich von der Punkbewegung abspaltete. Der Punk darf als der ältere Bruder des Goth angesehen werden. Und wie bei Punk hat auch vorm Goth die Kommerzialisierung nicht halt gemacht. Modeströmungen kamen und gingen: Dem Lumpenlook der Achtziger folgte das Girlie-Outfit der Neunziger. Danach besann man sich u. a. der Siebziger Jahre und ließ die Hippie- und New-Romantics-Bewegung kurzfristig wieder aufleben. Die Lackmode - einschließlich des Trends, immer extremer werden zu müssen - hat den Goth immerhin vom Makel des Halbseidenen befreien können. Außerdem gilt in Bezug auf die Schwarze Kleidung, dass sie vorrangig nicht zum Spaß getragen wird, sondern um Aufschluss über das Innenleben der jeweiligen Trägerin oder des Träger zu geben. Exzellent: Wenn ich mir die Bilder von einigen Openair-Szenefestivals anschaue! Ola la.
THE INNER SANCTUARY
Nachdem ich mich mit dem Äußeren von Goth Girls befasst habe, komme ich nun zu den nicht so augenfälligen inneren Vorzügen, die ich bei jenen Damsels in Distress sehr schätze. Ich mag - und daraus mache ich keinen Hehl - belesene Frauen. Man kann sich mit ihnen bestens unterhalten und bald schon geht ein Gespräch über einen reinen small talk hinaus. Goth Girls gelten im Vergleich zu Anhängerinnen anderer Szenen als sehr belesen und das freut mich, nicht nur, weil ich selbst sehr viel lese. Ich könnte mir vorstellen, dass es einem mit einem Gothic Girl nie langweilig wird. Hat man die erste Scheu überwunden, ist eine gemeinsame Basis schnell gefunden. Außerdem gilt: Wer viel liest hat meist auch eine gute Allgemeinbildung und das ist auch nicht unbedingt das Schlechteste - unabhängig davon, dass dumme Menschen oft die glücklicheren Menschen sind. Bisweilen wäre ich, besonders wenn es mal ganz schlimm kommt, auch gerne so naiv. Gefährlich wird es allerdings dann, wenn Dummheit und Unwissenheit als Ausrede vorgeschürzt werden.
Von den Themen her sind die Bücher, die Goth Girls gerne lesen, eher tendenziell nicht für einen großen Leserkreis bestimmt. Die Tatsache aber, dass viel gelesen wird, verringert nicht unbedingt die Wahrscheinlichkeit, dass auch einiges Allgemeineres darunter ist. Berührungsängste braucht man jedenfalls nicht zu haben, denke ich. Und wie sinnvoll es ist, das eine oder andere Buch zu lesen, nun darüber zu urteilen, ist jedem selbst überlassen, schließlich dient Literatur auch der Unterhaltung! Angenehm ist es indes allemal, nicht ständig ein Kopfschütteln zu ernten. Und zum Gedankenaustausch unter Gleichgesinnten sind Szenen schließlich da.

Bild: Public domain.
Fortsetzung folgt.
Natürlich sagt mir James O'Barrs "The Crow" etwas (Der erste Teil wurde mit Brandon Lee R. I. P. verfilmt), genauso wie auch die Comicheldin "Vampirella", und das nicht erst seit die Sängerin der Band "Notre Dame" (Le Théâtre du Vampire) den gleichen Namen trägt. Auch Lady Death, Chastity und Purgatory (Chaos! Comic Deutschland) sollten bei einer Aufzählung nicht vergessen werden. Obwohl ich die Geschichten um diese Damen eigentlich nicht so mag, eignen sich die drei hervorragend als cover girls. Besonders Lady Death ist von unirdischer Schönheit: bleiche Haut, wallendes, silberweißes Haar, Schwarz umrandete, hellgraue Augen, morellenfarbene Nägel sowie einen in dem gleichen Rot geschminkten, sinnlicher Mund. Den Wirbel um Emily the Strange habe ich indessen nicht ganz verstanden, auch wenn die kleine tristesse durchaus grafische Qualitäten hat. Zu meinen Favoritinnen gehört eindeutig Tikwas "Die kleine Gruftschlampe". Ihr zuweilen Recht herber Humor überschreitet zwar meist die Grenze des guten Geschmacks und ist oft reine Blasphemie, trotzdem verzeiht man der kessen Schlampe Vampiri vieles. Allein ihr Outfit ist erwähnenswert.
Tiefschwarzer, abgründiger Humor ist eine Eigenschaft, die ich bei Frauen ebenfalls sehr schätze, wenn er nicht aufgesetzt ist. Ich mag es, wenn sich Frauen ab und zu überhaupt nicht lady-like benehmen und ganz und gar ungezogen sind.
Wer als Achtklässler versucht hat, Edgar Alan Poe auf Englisch zu lesen, wird wissen, wie schwer man sich dabei tut. Da kam es mir ganz gelegen, dass im Fernsehen immer wieder Poe-Verfilmungen liefen. Wie viele andere Gothics auch liebe ich gerade die alten Grusel- und Horrorfilme. Sie besitzen ihren ganz eigenen Charme. Denke ich an Poe, so fällt mir neben der Verfilmung von "The Fall of the House of Usher" (USA 1960) sofort auch der Film "The Pit and the Pendulum" (USA 1961) - ebenfalls mit Vincent Price - ein. Die größte Gemeinheit des Filmes besteht in der Einstellung mit der Eisernen Jungfrau ziemlich am Ende des Filmes: Elizabeth Barnard Medina (gespielt von Barbara Steele) wird in dem Folterinstrument eingesperrt unentdeckt zurückgelassen. So etwas kann man nicht einfach vergessen! Selbst noch Jahre danach läuft es mir eiskalt den Rücken hinab, wenn ich daran denke. Fast noch übertroffen wurde jene Grausamkeit von Tim Burton in seinem Horrordrama "The Legend of Sleepy Hollow" (USA 1999). Ichabod Cranes Mutter (Schauspielerin Lisa Marie) kommt ebenfalls in einer Eisernen Jungfrau qualvoll zu Tode. Ein solches Ende hat Lisa Marie bestimmte nicht verdient. Das Ex-Modell und Ex-Verlobte von Tim Burton ist eine sehr schöne Frau; nicht nur mit einem großen Herzen. Sie spielte unter anderem die Vampira in "Ed Wood" (USA 1994) und das Marsmädchen in "Mars attacks!" (USA 1996), bevor die Schauspielerin Helena Bonham Carter ("Zimmer mit Aussicht", UK 1985) die Freundin von Tim Burton wurde. Mittlerweile haben beide einen Sohn, Billy Ray. Neben familiären Schicksalen (ihr Vater wurde bei einer Schädeloperation in den Achtziger Jahren schwer verletzt) hat die Miss Corset auch filmisch einiges hinter sich: In dem Historiendrama "Lady Jane" (UK 1986) wird sie als Lady Jane Gray geköpft, dann verkommt sie in dem Drama "Howards End" (Japan / UK 1992) und schließlich wird ihr in dem Horrordrama "Frankenstein" (Japan/UK/USA 1994) das Herz herausgerissen.
Über Tim Burton komme ich zu einer weiteren Schauspielerin: Michelle Pfeiffer spielte die Catwoman in dem düsteren Actionthriller "Batman Returns" (UK/USA 1992). Neben meinem Lieblingscomichelden Batman (vergesst endlich Robin!) verehre ich Catwoman sehr. Gerade die Geschichte, wie aus Selina Kyle die Katzenfrau wird, macht Catwoman für mich sehr sympathisch. Vor Michelle Pfeiffer versuchten sich Julie Newmar (1966), Lee Meriwether (1966) und Eartha Kitt (1967) als féline femmes (dt. Katzenfrauen). Keine kommt jedoch an die Frau mit dem atemberaubenden Lack-Catsuit heran, schon gar nicht Halle Berry (2004): Life's a bitch. Now so am I. MEOW!
In dem gleichen Film spielte übrigens Christopher Walken den einflussreichen Bürger Max Schreck. Max Schreck ist auch der Name des Schauspielers, der den Vampirgrafen Orlok in dem Horrorthriller "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" (D 1922) mimte. Die Geschichte wurde 1979 unter Werner Herzog mit Klaus Kinski (Nosferatu a Venezia; I 1988) und der herrlich bleichen Isabelle Adjani erneut verfilmt. Der Schauspieler des Fantôme de la Nuit ist der Vater von Nastassja Kinski, die in dem Horrorstreifen "Cat People" (USA 1982) spielte. Der Film war wiederum ein Remake des gleichnamigen Film von 1942 mit Simone Simon als Irena Dubrovna Reed. Eine Frage drängt sich unweigerlich auf: Wer hat Nastassja Kinski eigentlich damals diese Kurzhaarfrisur verpasst?
Ebenfalls im Fernsehen sah ich neben "The Canterville Ghost" (USA 1944) mit Charles Loughton als Sir Simon de Canterville auch gerne die Serie "The Addams Family". Erfunden wurden die Figuren der Fernsehserie von dem Zeichner Charles Addams (1912 - 1988). Er hatte sich, berühmt für seine oft reichlich morbiden Cartoons, die hauptsächlich im "New Yorker" erschienen, quasi eine Anti-Familie ausgedacht. Man erzählt sich, dass Charles Addams selbst fast so exzentrisch gewesen soll wie seine Figuren. Ein Gerücht besagt, dass er auf einem Tierfriedhof seine ganz in Schwarz gekleidete Braut geheiratet hat.
Meine Lieblingsfigur bei der Addams Family ist neben der Mutter - Morticia Frump Addams - stets fledermausähnlich und tiefschwarz gekleidet - schneidet mit Vorliebe die Blüten ab, um die Stengel in die Vasen zu stellen - ihre Tochter Wednesday, zu deren Lieblingsspielzeug eine selbstgeköpfte Marie-Antoinette-Puppe gehört. In dem gleichnamigen Kinofilm (USA 1991) wurde Wednesday hervorragend von der Jungschauspielerin Christina Ricci dargestellt. Christina spielte außerdem die Hauptrolle neben Johnny Depp in Tim Burtons düsterem Film "Sleepy Hollow" (USA 1999; nach Motiven aus Washington Irvings Kurzgeschichte "The Legend of Sleepy Hollow"), sowie in der Gruselkomödie "Casper" (USA 1995).
Mehr noch als die Addams Family mag ich die Schwarz-Weiß-Serie "The Munsters", die ebenfalls aus den Sechziger Jahren stammt. In der 1313 Mockingbird Lane (dt. Spottdrossel Weg) steht die gruselige, mit Spinnweben verhangene Residenz der Munsters, einer Familie, die den Gruselfiguren aus den Dreißiger Jahren gleicht. Die Adresse ist der Garant für einen schaurigschönen, Gänsehaut fördernden Aufenthalt. Die Familie besteht aus: Vater Herman (ein etwas tollpatschiger Frankensteins-Monster-Verschnitt), der als Bestatter arbeitet, seiner Frau Lily (eine Vampirin), ihren gemeinsamen Sohn Eddie (ein junger Werwolf), Lilys Vater, Opa Dracula (ein echter Vampir) und der Nichte Marilyn (das schwarzen Schaf der Familie). Abgerundet wird der illustre Kreis u. a. durch das Haustier Spot, einem Feuer speienden Drachen, der unter der Treppe haust. Grandpa Dracula war das gar nicht Recht: In der alten Heimat durften Haustiere nie in die Wohnung. Die hingen an den Wänden ihrer Höhle, da, wo sie hingehörten.
Meine absolute Lieblingsfigur ist - wie kann es auch anders sein - Lily Dracula-Munster, gespielt von Yvonne De Carlo. Madame Dracula-Munster wurde in Transsylvanien geboren und ihr Alter ist nur schwer abzuschätzen. Von Lily selbst hört man verschiedene Angaben, die entsprechend mit Vorsicht zu genießen sind. Fest steht, dass sie mindesten 137 Jahre alt ist und sich ihr Äußeres erheblich von dem ihres Gatten Herman (Schauspieler Fred Gwynn) unterscheidet. Mit ihrem vampirähnlichen Aussehen, der leichenblassen Haut und den silbernen Strähnen im Haar hat sie etwas sehr Geheimnisvolles. Ihr Lieblingsparfüm ist übrigens Chanel No. 13. Das nenne ich mal ein gelungenes cooperate design.
Die Musik der Schwarzen Szene setzt sich aus den vielfältigsten Musikstilen zusammen. Die Grenzen sind hierbei fließend. Eine eindeutige Zuordnung zu den einzelnen Stilen ist nicht immer einfach. Meiner Meinung nach ist das auch gar nicht unbedingt nötig. Allerdings gelten viele Gothic Girls - was vor allem die Musik betrifft - als sehr aufgeschlossen. Offenheit ist eine Eigenschaft, die für mich sehr zählt. In einer Orkus-Ausgabe habe ich beispielsweise die Kontaktanzeige eines jungen Goth Girls gelesen, das zu ihren Lieblingsbands Amon Amarth zählt. Ein Death-Metal-hörendes Mädchen! Das finde ich Klasse. Ich bin gerührt!
Allgemein kenne ich mich in der Musik der Gothic-Szene nicht besonders gut aus. Ich habe die Düstermusik immer gerne gehört und liebend gerne dazu getanzt, jedoch meist ohne Recht zu wissen, was und wen ich da eigentlich gehört habe. Zu meiner weiteren Schande muss ich gestehen, dass ich selbst auf die Goth Goddess herself, Miss Susan Janet Dallion, bzw. Ballion (von der Gruppe "Siouxsie & the Banshees"), erst durch ein Lied (Face To Face) auf dem Soundtrack zu Tim Burtons "Batman Returns" aufmerksam wurde. Und dass die Dame unter anderem auch dadurch Berühmtheit erlangte, als sie während eines Sex Pistols-TV-Interviews im Fernsehen den Moderator Bill Grundy zu einer schlüpfrigen Bemerkung animierte (die Pistols wurden daraufhin von ihrer Plattenfirma gefeuert und der Moderator verlor seine Show), war mir bis dahin ebenfalls nicht geläufig. Mit dem Wort "Banshees" konnte ich schon eher etwas anfangen. Es handelt sich bei ihnen um irische Todesfeen, die durch ihr Geheul den Tod eines Familienangehörigen ankündigen und betrauern; sie erscheinen nur sehr kurz und oft zeitgleich zum Tod. Auch war mir entgangen, dass Siouxsie nicht nur bei ihren Auftritten gerne Netzstrümpfe, hochhackige Stilettos und durchsichtige Plastikblusen trug. Geläufiger waren mir da schon Bandnamen wie The Cure (Love Cats, Boys don't cry), Anne Clark (Our Darkness) und Soft Cell (Tainted Love). Auf die Sisters of Mercy (This Corrosion) stieß ich erst 1988. Besonders gelungen fand ich das Duett, dass mastermind Andrew Eldtritch (eigentlich: Andrew William Harvey Taylor) zusammen mit der jemenitischen Pop-Ikone חזח עפרח - Ofra Haza R. I. P. - aufnahm (Temple of Love).
Was meine Lieblingsmusik betrifft, komme ich eher aus einem anderen Lager: Ich mag Metal, höre auch gerne Grunge (durch meine enge Bindung zu Seattle) und schätze - wie schon öfters erwähnt - Marilyn Manson als Gesamtkunstwerk. Metal gibt mir am meisten und deshalb werde ich wahrscheinlich dabei bleiben. Zudem stelle ich mit Freude fest, dass immer mehr Frauen in den Metal-Bereich drängen. Endlich ist es so weit! Ich meine, Lita Ford (von der Girlband "The Runaways" mit Joan Jett) und Doro Pesch (Ex-Warlock-Frontfrau) können doch nicht die einzigen gewesen sein:
[...] Ich würd mein Leben für dich geben. Immer! ' werden alles überstehn. Für immer! [...]
Text: Getfreelyrics.com (2005): Warlock. Für Immer. URL: www.getfreelyrics.com.
Ich frage mich: Wo sind all diese Blood Sisters, Metal Maidens und Warrior Women? Traut euch! Tarja Turunen von Nightwish, Arild Christensen und Ingrid Stensland von Sins Of Thy Beloved, Vibeke Stene von Tristania und Sharon den Adel von Within Temptation haben es vorgemacht und weitere werden hoffentlich folgen! Up all metal hearts.
Außerdem finde ich die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Musikschattierungen ganz spannend, so z. B. die finnischen Cellisten "Apocalyptica": mit der Punk-Schamanin Nina Hagen (Seemann), mit Ex-Guano-Apes-Sängerin Sandra Nasic (Path Vol. 2) und mit der Lambretta-Sängerin Linda Sundblad (Faraway). Vielversprechend klingt auch die Gothic-Metal-Formation "Elis" aus Lichtenstein und allen voran Frontfrau Sabine Dünser (Der letzte Tag). Leider erlag Sabine Dünser am 8. Juli 2006 einer Gehirnblutung, die sie während einer Bandprobe am Tag zuvor erlitten hatte. R. I. P.
Erst durch das regelmäßige Lesen der Musikzeitschrift "Orkus" kann ich nun mit Bands wie L'âme Immortelle (Fünf Jahre), Oomph! (Augen auf) und Lacrimosa (Klasse covers!) etwas anfangen.
Sicherlich haben einige schon einmal ein Gothic Girl Tanzen gesehen. Wenn nicht, dann haben sie etwas verpasst. Die fließenden Bewegungen, die die Tänzerin dabei macht, sind meist sehr anmutig. Die Begriffe "Wave" (engl. Welle) und "Waverin" sind, so finde ich, auch in dieser Hinsicht passend, denn die Szenegängerinnen machen beim Tanzen tatsächlich wellenförmige Bewegungen. Die meisten Gothic Girls haben, so meine Beobachtungen, eine ganz bestimmte, eigene Art des Tanzes, welche mit der Art und dem Tempo der Musik zwar variiert, in den Grundzügen jedoch meist die gleiche bleibt. Selten wird der Tanzstil völlig verändert und nur wenige stellen sich auf jedes Musikstück neu ein. Wie auch in anderen Discos haben also die Tänzerinnen ein ganz bestimmtes Programm an Gesten und Bewegungen eigen, welche sich in den Grundzügen immer wiederholen. Der Umfang dieses Repertoires ist wiederum abhängig von der jeweiligen Tänzerin selbst, wie gerne sie zum Beispiel tanzt, ob sie vielleicht Jazzdance- oder Ballettunterricht genommen oder wer ihr das Tanzen beigebracht hat. Entsprechend der Musik kann der Tanz sehr langsam sein und wird mit gemessenen, theatralischen überbetonten Bewegungen der Arme ausgeführt. Die Bewegungen der Arme erinnern ein wenig an die von Tempeltänzerinnern; es sind aber auch mittelalterliche oder barocke Elemente in den Tanzbewegungen zu finden. Die Gesichter der Tänzerinnen wirken dabei immer etwas verklärt oder entrückt. Vielleicht spiegeln sie die tiefen Gefühle des Gothic Girls wieder, wenn sie sich der Musik hingibt. Auch die Beine bewegen sich manchmal nur langsam und gemessen. Oft wird nur die Ferse ein kleines Stück vom Boden abgehoben und mit einem eleganten Hüftschwung wieder auf den Boden platziert. Voila, ma enchanteresses, fertig ist die Wellenbewegung, die durch den ganzen Unterleib zu gehen scheint. Natürlich weiß ich nicht, ob dieser Tanzstil tatsächlich irgendetwas mit dem Begriff "Wave" zu tun hat. Das Wort "Wave" hat ähnlich wie die NDW (Neue Deutsche Welle) wahrscheinlich eher etwas mit einer Welle (also mit einer Modeerscheinung) zu tun.
Ein Mädchen, das den zuvor beschriebenen Tanzstil tanzen konnte - so erinnere ich mich - war Sonja, die Schwester von Susanne H.; sie tanzte so sogar auf der Hochzeit ihrer Schwester. Wirklich sehr nett!
Ein anderer Tanzstil der Schwarzen Szene ist mehr auf die Bewegung der Beine ausgerichtet und ist dementsprechend raumgreifend. Auch hier bewegen sich die Arme im Takt mit. Dabei unterstützen sie aber eher den schnellen, aggressiven Rhythmus der Musik. Die Arme vollführen dabei nicht die verspielten Schnörkel (Arabesken) und gemessen Bewegungen wie etwa bei dem langsamen Tanzstil, sondern werden schnell hoch und nach vorne geworfen. Abwechselnd werden sie auch angewinkelt nach hinten gerissen. Meist entsteht dabei der Eindruck, die Tänzerin wolle sich einen Weg durch die Menschenmenge bahnen.
Bei der etwas langsameren Variante dieses Tanzstiles schreiten die Tänzerinnen und Tänzer im Rhythmus der Musik auf der Tanzfläche vor und zurück. Der Kopf ist dabei meist gesenkt und die Arme werden nur langsam und gemessen bewegt. Ich vergleiche diesen Stil immer mit tanzenden Untoten, sozusagen ein Danse Macabre - ein Totentanz. Bei Stroposkoplicht scheinen die Tanzenden dann immer über die Tanzfläche zu schweben, ähnlich wie die Außerirdischen bei Tim Burtons Film "Mars Attacks!" (USA 1996). Nag! Nag! Nag!
Der Tanz spielt somit eine wichtige Rolle innerhalb der Schwarzen Szene. Wie auch bei selbst geschriebenen Gedichten lassen sich mit Hilfe des Tanzes Stimmungen und Gefühle ausdrücken. Dabei passt der Tanzstil nicht nur zur Musik und deren Inhalten, sondern auch zum jeweiligen Outfit der Tänzerin und somit zur Tänzerin selbst. Eine Tänzerin in einem Mittelaltergewand tanzt in der Regel anderes als ein Gothic Girl in Lack und Leder. Die verschiedenen Facetten einer Persönlichkeit werden über den Tanz unterstrichen und ausgelebt. Weniger wortgewandten Szenemitgliedern wird durch den Tanz eine gute Gelegenheit gegeben, sich auszudrücken. Bei weiterem Interesse an dem Tanzstil der Goths kann ich die Seite "www.gothpunk.com" empfehlen. Dort wird beschrieben, wie die Goths über dem Atlantik tanzen:
[...] Stuck in my coffin: In many ways the signature gothic dance move, this one is so simple, even a corpse could do it. You just fold your forearms over each other in an X-shape across your chest, like you were a corpse in its coffin. You've seen Bela Lugosi do this hundreds of times, just before he sits up and says: "Good eeevening."
Text: Kai MacTane (2000): How to dance gothic. URL: www.gothpunk.com.
NACHWORT
Gothic Girls besitzen also eine ganze Reihe von Vorzügen, die sie in meinen Augen auf Anhieb sehr sympathisch erscheinen lassen. Sie faszinieren mich. Einmal neugierig gemacht würde ich zu gerne auch einmal hinter die Fassade blicken wollen, vielleicht um festzustellen, dass die Anhängerinnen der Schwarzen Szene tatsächlich so sind, wie sie sich nach außen hin geben. Bis dahin haben sie immer etwas Geheimnisvolles und Dunkles an sich und das finde ich großartig. Allerdings muss man aufpassen, dass die eigene Sicht nicht zu verklärt ist. Schließlich will man doch bei der Wahrheit bleiben. Hoffentlich hat mein Artikel etwas dazu beigetragen:
[...] She likes to sleep her nights with the window open wide
just in case her Dark Prince would come by the silvery light. [...]
Text: Kanike (2005): Little Dragon. The 69 Eyes. Christina Death. URL: www.moontribes.com.
Zu guter Letzt wird alles auch einmal von der anderen Seite betrachtet - in Bonnie Burtons dating tips:
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THIRTEEN TIPS ON DATING A GOTH BOY
Goth boys are an interesting lot to date. If you're in to reading Anne Rice novels and wearing black clothes, you should be able to relate to these Dudes of Death. But be careful of the suicidal ones. Goth boys tend to be too depressed for their own good, and may not appreciate you waltzing into their lives to try to make them happy.
01 Keep lots of candles and gargoyles in the bedroom to create that special mood only goth boys can appreciate.
02 Remember not to get the candles too close to their hair since most goth boys use loads of hairspray. Goth fellas make for extraflammable boyfriends.
03 Take care if your personal Vlad wants to bite you. Vampires might be immortal, but goth boys are still human and full of bacteria.
04 Start listening to bands like Sisters of Mercy, Bauhaus and even Marilyn Manson. Goth boys and spooky kids alike have a certain kind of music that soothes their savage hearts. And by all means, do not get into a debate about which bands really fall under goth, industrial or punk genres. You'll just make your boy testy.If your goth boy is going to wear eyeliner, make sure he wears waterproof brands. Nobody likes a boy whose mascara runs after dancing up a sweaty storm to "Bela Lugosi's Dead."
05 Try not to giggle when he talks about his plan to search for a real vampire to turn him into one of the Lonely Ones. Goth boys take their vamp delusions rather seriously and may not understand why you are laughing hysterically at their ghoulish goals.
06 Be prepared to play a role playing game many a Friday night. Masquerade is usually the Dungeons-and-Dragons rip-off game of choice.
07 Watch where you step in his bedroom. Goth kids love to keep tarantulas and other creepy crawlies as pets. Black cats are also a favourite. If he has Sea Monkeys, he's a fake.
08 Check out his bookshelf to see what he reads. Don't be shocked if you see The Hobbit sitting right next to a book by Anton LaVey. He'll probably have an extensive comic book collection as well. Ask him his opinion on Sandman's sister Death and he'll probably babble for hours.
09 Don't fix meals with the main of ingredient of garlic. If he really thinks he is a vampire, he may freak out in the middle of a romantic dinner.
10 Don't be upset if you go out dancing and your boy goes into some weird performanceart dancing frenzy. Goth boys aren't known for their dancing skills.
11 Prepare to have weird hair dye smudges all over your apartment walls, clothes, sheets, furniture, pets, etc. Unless you're blessed with a boy who was born with black hair, you're probably going to be stuck with a boy who feels it necessary to constantly dye his hair black.I f he's prettier wearing your black dresses than you are - get another boyfriend. You don't want to be the ugly one in the relationship.
12 Remember that to your boy, every day is Halloween. So don't have a cow if he shows up for Thanksgiving dinner at your parents' house wearing a black velvet cape and a long skirt.
13 Beware of the boy who thinks he can communicate with ravens and crows just because he saw the movie "The Crow" sixty times. This type also may dress like the Crow character (Eric Draven) until you remind him that a professional wrestler dresses the same way.
DISCLAIMER: By the way, these tips aren't meant to upset the actual [...] goths and other types who visit www.grrl.com. Sure not all [...] goths wear black eyeliner [...]. But that's not the point. THIS IS IN JEST AND GOOD FUN. Learn to laugh at yourself a little. [...]
Text nach: Bonnie Burton (1998): Tips on Dating the Goth boy. URL: www.grrl.com.
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Bild Mond: Courtesy of NASA.
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